Unternehmen weltweit sind offenbar skeptisch wegen Datenschutzrisiken bei der Einführung von Microsoft Copilot. 66% haben deshalb die Einführung des KI-Assistenten verschoben oder komplett gestrichen. Nahezu drei Viertel (73%) der Benutzenden befürchtet ausserdem, dass KI intern sensible Informationen preisgibt. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Umfrage des Sicherheitsanbieters Coreview unter weltweit 280 Fachleuten aus den Bereichen IT-Infrastruktur und Security.
In der Mehrzahl der Unternehmen scheitert der KI-Einsatz bereits in der Vorbereitung: Die Prüfung der Zugriffsrechte für firmeninterne Ressourcen wird bei fast zwei Drittel (63%) verschoben, weil sie zu zeitaufwändig ist. Das Delegieren der Aufgabe an die Mitarbeitenden scheitere in 46% der Unternehmen, berichtet Coreview. Damit könnten die IT-Umgebungen nicht adäquat auf den Einsatz von Copilot vorbereiten werden.
KI kann Altlasten aufdecken
Als weiteres Hindernis für Copilot identifiziert der Report die Zweifel des Managements. Die Vorbehalte gegenüber KI nehmen mit steigender Position im Unternehmen zu. Drei Viertel (75%) der Führungskräfte auf Vorstandsebene und Geschäftsführung haben die Einführung von Copilot verschoben oder gestrichen, verglichen mit 60% im mittleren Management.
"Insbesondere die obersten Führungskräfte stoppen die Einführung, weil sie die potenziellen Probleme erkennen, die die KI aufdecken könnte: Ein Jahrzehnt voller geteilter Links und Berechtigungen, die niemand bereinigt hat. Das Risiko war schon immer vorhanden, doch die KI hat es sichtbar und dringlich gemacht", kommentiert Coreview-CEO Simon Azzopardi.
Damit komme der der Rechteverwaltung von Benutzendenkonten bei der Copilot-Einführung eine entscheidende Rolle zu, betont Coreview. Denn die Microsoft-KI habe standardmässig auf alle Inhalte Zugriff, auf die auch der jeweilige Nutzende Zugriff hat. Laut Umfrage fehlen aber bei mehr als der Hälfte (54%) der Unternehmen Sicherheitsmassnahmen wie Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) für Administratoren, Privileged-Access-Management (PAM) oder die Erkennung von Konfigurationsmanipulationen.