Behörden zerschlagen Phishing-Plattform Kratos

21. Juli 2026 um 11:15
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Illustration: Magnific

Ermittlungsbehörden aus Deutschland und den USA haben die Infrastruktur der Phishing-as-a-Service-Gruppierung Kratos abgeschaltet.

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main (ZIT), das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) sowie US-Strafverfolgungsbehörden haben nach eigenen Angaben die Infrastruktur der Phishing-as-a-Service-Plattform Kratos zerschlagen. Den Ermittlerinnen und Ermittlern zufolge wurden mehr als 200 Server ausser Betrieb gesetzt. Damit seien die von Kratos unterstützten Phishing-Kampagnen gestoppt worden. Im Zuge der internationalen Operation sei zudem der mutmassliche Entwickler und technische Administrator der Plattform in Indonesien festgenommen worden.
Kratos bot Cyberkriminellen ein Phishing-Kit im Abonnement an. Mit dem Baukasten konnten täuschend echt wirkende Microsoft-Anmeldeseiten erstellt werden, um Zugangsdaten von Opfern abzugreifen. Nach Angaben der Ermittlerinnen und Ermittler stahl die Software neben Benutzernamen und Passwörtern auch Authentifizierungs-Cookies, wodurch sich in bestimmten Fällen sogar die Zwei-Faktor-Authentifizierung umgehen liess.

Tausende Kampagnen pro Monat

Nach Angaben der Behörden nutzten mehr als 1800 Kunden den Dienst. Seit 2024 soll die Gruppierung damit über 300'000 Euro umgesetzt haben. Die Ermittlerinnen und Ermittler gehen davon aus, dass monatlich rund 15'000 Phishing-Kampagnen durchgeführt wurden, die potenziell mehrere tausend Empfänger weltweit erreichen konnten. Betroffen gewesen seien Opfer aus mehr als 30 Ländern.
Die Lizenzen für das Phishing-Kit wurden laut den Behörden gegen Kryptowährungen verkauft. Für Vertrieb, Support und die Verwaltung der Kampagnen betrieb die Gruppierung eine eigene Website sowie einen Telegram-Kanal.

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