Cyberangriff trifft Spar Schweiz

17. März 2025 um 08:36
  • security
  • Cyberangriff
  • detailhandel
  • Schweiz
  • Spar
image
Foto: zVg

Die IT-Systeme fielen aus und in Spar-Filialen die EC-Geräte. Auch bei der Warenlieferung kam es zu Problemen.

Der Detailhändler Spar sowie die dazugehörenden TopCC-Märkte sind in der Nacht auf Freitag, 14. März, Opfer eines Cyberangriffs geworden. Die Systeme waren umfassend betroffen: Teile der IT-Infrastruktur und die EC-Geräte funktionierten am Freitag nicht, es konnte nur mit Twint oder Bargeld bezahlt werden. Die Schweizer Spar-Gruppe betreibt 143 Spar-Nachbar­schafts­märkte, 97 Express-Convenience-Märkte, 10 Minimärkte sowie 11 TopCC-Grossmärkte.
Ausserdem konnten Bestellungen und Wareneingänge nicht ausgelöst beziehungsweise verbucht werden. Es könne daher sein, dass einige Produkte in den Märkten vorübergehend nicht verfügbar seien, hiess es am Samstag auf der Website des Detailhändlers. Die Firma bemühe sich, den Betrieb möglichst rasch wiederherzustellen und trotz allem ein komplettes Sortiment anbieten zu können. Über den Angriff hatte zunächst der 'Blick' berichtet.
In einem Schreiben an 'Keystone-SDA' teilte der Spar-Geschäftsführer, Gary Alberts, am Samstag mit, dass in zahlreichen Läden wieder mit EC-Karten bezahlt werden könne. Zum Einsatz kamen Sumup-Geräte. Nicht betroffen gewesen vom Vorfall seien Tankstellenshops.
Die Firma habe nach Bekanntwerden des Angriffs umgehend Cyber­spezialisten an Bord geholt, hiess es im Schreiben weiter. Diese würden sich einen Überblick verschaffen. Ausserdem sei Anzeige erstattet und der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte informiert worden.

"Auswirkungen erheblich"

Wie 'Blick' am Montag berichtet, halten die Beeinträchtigungen weiter an. So würden die Festnetznummern des Unternehmens nicht funktionieren. "Die Auswirkungen sind erheblich und stellen die Spar Handels AG vor eine grosse Herausforderung", erklärte die Spar-Medienstelle.
Dem Personal sei es weiterhin nicht möglich, Bestellungen und Waren­ein­gänge auszulösen. "Die Warenauslieferung in die Märkte wurde unter grossem Einsatz der Mitarbeitenden manuell erfasst, gerüstet und ausgeliefert", teilte Spar mit. In den Zürcher Spar-Filialen seien die Regale nicht leer, auch Frischprodukte und Brot seien vorhanden, schreibt 'Blick'. Es würden jedoch einzelne Produkte fehlen, beispielsweise frische Kräuter oder Bio-Eier. Update 11.45 Uhr: Artikel mit der aktuellen Situation ergänzt.

Loading

Mehr zum Thema

image

Schweizer Firmen zahlen für digitale Abhängigkeit

Der Ruf nach digitaler Souveränität wird auch in der Schweizer Wirtschaft laut. In der Praxis zahlen Firmen heute viel Geld für die Abhängigkeit von grossen IT-Anbietern.

publiziert am 7.10.2026
imageAbo

Daten von Westschweizer Gefängnissen und Banken im Darknet

Die Ransomware-Bande "The Gentlemen" publiziert die Beute aus dem Angriff auf eine Waadtländer Sicherheitsfirma. Der Kreis der Betroffenen könnte gross sein.

publiziert am 7.10.2026
image

Mehrere Atlassian-Produkte weisen kritische Lücke auf

Die Schwachstelle betrifft acht Produkte. Atlassian ruft zum sofortigen Patchen auf.

publiziert am 7.10.2026
image

DSAG fordert Roadmaps statt KI-Visionen

Die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe fordert vom Softwarehersteller SAP speziell im Hinblick auf KI-Anwendungen belastbare Roadmaps statt Visionen.

publiziert am 6.10.2026