Seit 2007 betreibt der Verbund EFAJE im Bezirk Gros-de-Vaud im Kanton Waadt Kindertagesstätten, schulergänzende Betreuungseinrichtungen sowie vor- und ausserschulische Betreuungsplätze. Nach eigenen Angaben besuchen rund 2300 Kinder aus den verschiedenen Gemeinden die Einrichtungen.
In den Büros des Verbundes gab es am Morgen des 28. Februar einen unguten Wochenstart, wie
'24 heures' (Paywall) berichtet: Cyberkriminelle hatten die IT-Systeme angegriffen und verschlüsselt.
Die Angestellten erlebten, was schon manchem KMU, Behörden und Organisationen widerfahren ist. "Als wir am Montagmorgen ankamen, wurden wir in einer Nachricht der Hacker aufgefordert, Kontakt aufzunehmen, um finanzielle Verhandlungen zu beginnen", sagte Olivier Simon, Generaldirektor der EFAJE zur Zeitung. "Das kam nicht in Frage. Wir haben sofort Kontakt mit der Polizei aufgenommen."
Mit Unterstützung von Security-Spezialisten der Polizei hätte dann ein Backup der Daten vor dem Tag des Angriffs wiederhergestellt werden können. "Da wir uns am Ende des Monats befanden, informierten wir die Mitarbeitenden und die etwa 1800 Familien, dass es zu Fehlern bei der Rechnungsstellung oder zu Verzögerungen bei der Auszahlung der Löhne kommen könnte." Die Löhne hätten aber fristgerecht ausbezahlt werden können.
Die EFAJE werde Strafanzeige erstatten und Massnahmen zur Erhöhung der IT-Sicherheit ergreifen. Laut der Kantonspolizei Waadt wurden ausser in Gros-de-Vaud keine weiteren Cyberangriffe auf Kitas oder deren Betreiber im Kanton gemeldet.
"Die Hacker zielten nicht auf die Tagesbetreuung ab", so eine Kapo-Pressesprecherin zu '24 heures'. "Wenn Ihr System eine Schwachstelle aufweist, stürzen sie sich darauf, egal ob Sie eine Kindertagesstätte, ein KMU oder eine Gemeinde sind."