Cyberkriminelle stehlen schützenswerte Daten von Franz Carl Weber

1. März 2024 um 12:28
image
Foto: zVg

Die Ransomware-Bande Black Basta behauptet, über 700 GB an Daten des Spielwaren-Händlers ergaunert zu haben. Darunter finden sich vor allem persönliche Daten von Angestellten. Das Mutterhaus bestätigt den Angriff.

Die Darkweb-Präsenz der Ransomware-Bande Black Basta listet seit etwas mehr als 24 Stunden den Spielwaren-Händler Franz Carl Weber als neues Opfer. Die Cyberkriminellen behaupten, über 700 GB an Daten erbeutet zu haben.
image
Screenshot Black Basta
Nach Angaben der Gruppe befinden sich darunter Dokumente aus der Buchhaltung, persönliche Daten von Angestellten und Dateien aus der HR-Abteilung. Der vollständige Datensatz ist noch nicht veröffentlicht worden. Wenn sich Franz Carl Weber nicht erpressen lässt und kein Lösegeld bezahlt, wird dies in rund einer Woche passieren – wenn man den Angaben auf der Black-Basta-Seite glauben will.

Pass- und ID-Kopien unter den Daten

Als Beweis für den Ransomware-Angriff hat Black Basta eine erste Auswahl der Daten veröffentlicht. Sie zeigen Fotografien von Pässen, Identitätskarten und Ausländerausweisen, darunter solche von Angestellten des Spielwarenhändlers. Darüber hinaus sind vollständige Lohnausweise, Lehrverträge sowie ausgefüllte Anträge auf Familienzulagen zu finden.
image
Ausschnitt der gestohlenen Daten.

Deutsches Mutterhaus bestätigt den Angriff

Die Pressestelle des neuen Mutterhauses von Franz Carl Weber, die deutsche Drogeriekette Müller, bestätigt den Angriff gegenüber inside-it.ch. Man sei sich bewusst, dass eine "unrechtmässige Veröffentlichung von persönlichen Daten ein Risiko für die betroffenen Personen bedeuten" kann. Daher würde das Unternehmen dieses Thema sehr ernst nehmen.
"Der Angriff wurde durch unseren Dienstleister im Februar festgestellt und wir haben umgehend die Strafverfolgungsbehörden sowie den Edöb darüber informiert." Entsprechende Massnahmen seien unverzüglich ergriffen und die Betroffenen nach dem derzeitigen Kenntnisstand informiert worden. "Die tiefgehende Analyse ist indes noch nicht abgeschlossen". Der Cyberangriff habe zu keinen wesentlichen Einschränkungen des operativen Geschäftsbetriebes geführt, heisst es von der Pressestelle.
Offen liess das Unternehmen unsere Fragen nach dem Angriffsvektor und der Lösegeldforderung. Somit ist unklar, auf welche Art die Cyberkriminellen in welche Systeme eingedrungen sind. Und ob Müller darüber nachdenkt, auf die Lösegeldforderung einzugehen.

Loading

Kommentare

Anmeldung wird geprüft …

Mehr zum Thema

image

Kritische PHP-Lücken gefährden Webserver weltweit

Zwei kritische Schwachstellen in PHP könnten Angreifern ermöglichen, Webserver aus der Ferne zu übernehmen. Die Sicherheitsupdates sollen umgehend eingespielt werden.

publiziert am 21.10.2026
imageAbo

Zürich plant Phishing-Tests für 13'000 Angestellte

Das Amt für Informatik des Kantons Zürich will über 13'000 Verwaltungsangestellte mit Phishing-Simulationen für den Ernstfall sensibilisieren. Dafür soll eine Software angeschafft werden.

publiziert am 21.10.2026
image

Datenleck bei Publica gefährdet auch Sicherheitsbehörden

Der Cyberangriff auf den IT-Dienstleister der Pensionskasse könnte sensible Personendaten von Bundesangestellten betreffen. Die Ransomware-Gruppe Akira soll Lösegeld gefordert haben.

publiziert am 20.10.2026
image

Microsoft Teams wird bevorzugter Angriffsvektor

Vermeintlich vertrauenswürdige Plattformen wie Microsoft Teams werden je länger, je mehr von Cyberkriminellen für Angriffe auf Unternehmensinfrastrukturen missbraucht.

publiziert am 19.10.2026