Die Suche nach Sicherheitslücken in Software mittels Künstlicher Intelligenz macht es möglich: Schon vor einem Monat hatte Microsoft am Patch Tuesday 206 neu aufgefundene Sicherheitslücken geschlossen und damit einen neuen einsamen Rekord aufgestellt. Im Juli-Patchday sind es nun 622, also noch einmal dreimal mehr. Einige davon haben eine sehr hohe Gefährlichkeitseinstufung von bis zu 9,9 auf der zehnstufigen Skala.
Microsoft hatte im Mai
das KI-System Mdash vorgestellt, welches der Konzern nach eigenen Angaben bereits einsetzt, um Sicherheitslücken in seinen Produkten zu ermitteln. Dieses dürfte den Löwenanteil der 622 nun gepatchten Sicherheitsprobleme aufgespürt haben.
Mindestens drei davon haben allerdings Hacker zuerst gefunden.
CVE-2026-56155 im Active Directory sowie
CVE-2026-56164 in Sharepoint werden von Angreifern schon ausgenützt. Für
CVE-2026-50661 in Bitlocker sind zwar noch keine Angriffe bekannt geworden, aber es kursiert bereits ein Exploit.
Angesichts der schieren Lawine von Patches listet sie auch Microsoft in seinen
Release Notes zum Patch Tuesday nicht mehr einzeln auf, sondern fasst sie nach betroffenen Produkten zusammen.
Das Betriebssystem Windows mit 416 Lücken ist Spitzenreiter. Danach folgen Office 2016 und alle anderen Office-Versionen mit jeweils 82, Microsoft Edge mit 46, Entwicklertools mit 27, Sharepoint Server mit 17 und Azure mit 11 Lücken. Zudem hat Microsoft 428 Patches aus dem Chromium-Projekt übernommen, so dass der Juli-Patchday insgesamt sogar 1050 Schwachstellen umfasst.