Das VBS forscht an "Cybertäuschung" mittels KI

18. November 2022 um 13:26
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Foto: Alin Andersen / Unsplash

Der Bund hat seine Liste zu KI-Projekten in der Verwaltung aktualisiert. Diese legt offen, woran die Departemente forschen.

Der Bund verfügt über das Kompetenznetzwerk für künstliche Intelligenz (CNAI). Dessen Hauptaufgabe ist laut Eigenbeschrieb "die Vernetzung, um KI-basierte Probleme mit einem interdisziplinären Team zu lösen". Das CNAI betreibt auch eine Projektdatenbank der verschiedenenen Departemente.
In einer Anfrage mit dem Titel "Monitoring von KI" wollte Nationalrätin Min Li Marti (SP/ZH) in der Herbstsession unter anderem vom Bundesrat wissen: "Welchen Stand der eingesetzten Systeme bildet die Liste heute ungefähr ab?" Das Departement des Innern (EDI) hat jetzt schriftlich darauf geantwortet.

Zahlreiche Projekte im Versuchsstadium

Die Liste von KI-relevanten Projekten in der Bundesverwaltung verschaffe einen Überblick über unterschiedlich fortgeschrittene Projekte und werde regelmässig aktualisiert, heisst es vom EDI. "Gegenwärtig befinden sich zahlreiche KI-Projekte in der Bundesverwaltung im Versuchs- oder Entwicklungsstadium und sind daher noch nicht produktiv."
So ist der im Oktober aufdatierten Liste (PDF) zu entnehmen, dass im VBS verschiedene Projekte wie "Automatische Klassifizierung von Bildinformationen", "Cyber-Täuschung" und "datenwissenschaftliche Methoden zur Technologie- und Marktbeobachtung" angesiedelt sind, die sich alle noch im Forschungsstadium befinden. Ebenfalls aufgeführt in der Liste sind das EDA, das EDI und das UVEK. Im EDA befindet sich beispielsweise ein Mailbot im Einsatz.

KI vor allem für Effizienzsteigerung

Wieso andere Departemente fehlen, wollte Marti weiter wissen. Dazu heisst es in der Antwort: "Im August 2022 hat das CNAI in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Kommunikation allen Departementen / Ämtern sowie ausgewählten dezentralen Organisationseinheiten des Bundes eine Erhebung zur KI-Nutzung übermittelt." Bis Ende 2022 werde die CNAI-Projektdatenbank mit diesen Informationen ergänzt und solle "einen möglichst umfassenden Überblick über die laufenden Projekte" liefern und diese so umfassend wie möglich beschreiben. "Dazu gehören zentrale Informationen wie Datentyp, Datenquelle, Komponenten des maschinellen Lernens sowie weitere verfügbare Informationen."
In der Verwaltung würden sich Beispiele für KI-Systeme hauptsächlich im Bereich der Effizienzsteigerung finden, schreibt der Bund und nennt unter anderem Chatbots, Betrugserkennung, Sprach- oder Bilderkennung. In geringerem Masse würden KI-Systeme "auch im Bereich der Entscheidungsgrundlagen (z.B. bessere Prognosen)" eingesetzt.
Betreffend Monitoring würden die zuständigen Behörden "in engem Austausch mit verschiedenen Stakeholdern des KI-Bereichs in der Schweiz (Bundesverwaltung, NGO, Unternehmen, akademische Einrichtungen usw.)" stehen. Das CNAI, das Bakom und das EDA würden zudem regelmässig die möglichen Auswirkungen der Arbeiten zur KI-Regulierung durch die EU und den Europarat für die Schweiz analysieren.

Ausblick in die Zukunft

"Welche Entwicklungen in der Anwendung von KI-Systemen in der Bundesverwaltung erwartet der Bundesrat in den nächsten 5 bis 10 Jahren?", war eine weitere Frage der Nationalrätin.
Man erwarte Entwicklungen auf 2 Ebenen, heisst es dazu. "Erstens wird die systematische Nutzung des Automatisierungspotenzials, das die KI bietet, angestrebt. Ein möglichst umfassender Einsatz soll die Effizienz bei den administrativen Abläufen steigern. Der zweite Schwerpunkt liegt in der systematischen Nutzung der Datenwissenschaft (einschliesslich KI-Methoden) bei der Erstellung von Entscheidungsgrundlagen für die öffentliche Politik."
Zu diesem Zweck arbeite das Bundesamt für Statistik zusammen mit den Departementen und der Bundeskanzlei an einer Strategie im Bereich der Datenwissenschaft, die dem Bundesrat bis Ende 2022 zur Genehmigung vorgelegt werde.
"Dank dieser Strategie sollen ein gemeinsamer Handlungsrahmen innerhalb der Bundesverwaltung geschaffen sowie die Herausforderungen und Einschränkungen angegangen werden, die der Einsatz von Algorithmen im öffentlichen Dienst mit sich bringt", scheibt das EDI.

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