Swiss Basketball ist Opfer eines Datendiebstahls geworden. Ein Nutzer eines Hackerforums behauptet, Zugriff auf ein Extranet des Verbands erlangt und die dort gespeicherten Daten exportiert zu haben. Die Plattform French Breaches hat daraufhin in den veröffentlichten Dateien 52'344 Einträge zu Mitarbeitenden gefunden.
Die Dateien enthalten laut Analyse unter anderem Namen, Geburtsdaten, Adressen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen. Im Datensatz der Lizenznehmer fanden sich zudem über 6000 ausgefüllte Felder mit AHV-Nummern. Weitere rund 36'000 Einträge würden Buchhaltung und Lizenzverwaltung betreffen.
Tausende Minderjährige betroffen
Besonders brisant ist, dass anhand der Geburtsdaten
French Breaches 21'648 Einträge identifizierte, die Personen unter 18 Jahren zugeordnet werden können. Die Zahl beziehe sich auf auswertbare Geburtsdaten und nicht zwingend auf ebenso viele unterschiedliche Minderjährige.
Swiss Basketball hatte den Sicherheitsvorfall am 31. Oktober bestätigt: "Swiss Basketball möchte Sie darüber informieren, dass ein Sicherheitsvorfall im Zusammenhang mit den personenbezogenen Daten seiner Lizenznehmer über Basketplan festgestellt wurde, obwohl zusätzliche Massnahmen wie die Zwei-Faktor-Authentifizierung eingeführt worden waren." Der Verband erklärte, dass Ursache und Ausmass noch untersucht würden. Passwörter, Bankdaten und Fotos seien nach aktuellem Kenntnisstand nicht gestohlen worden.
"Wir möchten Ihnen versichern, dass Swiss Basketball diese Situation sehr ernst nimmt und derzeit gemeinsam mit unseren IT-Dienstleistern und den Behörden daran arbeitet, die Umstände dieses Vorfalls aufzuklären und mögliche Folgen abzuschätzen", heisst es im Communiqué des Verbands. Der Vorfall sei dem Bundesamt für Cybersicherheit gemeldet worden.
Konkrete Fälle eines Datenmissbrauchs seien bisher nicht bekannt. Swiss Basketball hat seine Lizenznehmer deshalb zu besonderer Vorsicht bei verdächtigen Nachrichten und Links aufgerufen.
Sportverbände im Visier
Der Cyberangriff auf Swiss Basketball ist die zweite Attacke auf einen Schweizer Sportverband innerhalb kürzester Zeit. Erst vergangene Woche fiel der
Schweizerische Eishockeyverband Cyberkriminellen zum Opfer. Es wurden 540'000 Datensätze und Informationen zu rund 87'000 Personen entwendet.