Die Bundesverwaltung will ihre Behördenleistungen verstärkt digital anbieten und setzt deshalb auf Schnittstellen. Darüber wurde der Bundesrat am Freitag informiert.
Es ist ein strategisches Ziel des Bundes, Behördendienstleistungen auch digital anbieten zu können. Das schreibt die Bundeskanzlei in einer aktuellen Mitteilung. Basis dafür seien APIs, die die Vernetzung nicht nur innerhalb der Bundesverwaltung, sondern auch mit Partnern aus der föderalen Verwaltung, Wirtschaft und Öffentlichkeit sicherstellen würden, so die Bundeskanzlei weiter.
Demnach erarbeitet der Bereich Digitale Transformation und IKT-Lenkung (DTI) der Bundeskanzlei bis Ende Jahr ein Grundlagendokument zur "API-Architektur Bund". Ziel ist es unter anderem, dass Unternehmen Behördendienstleistungen direkt aus ihren Systemen beziehen können. Auch Bürgerinnen und Bürger sollen via Apps oder im Web auf Services zugreifen können. Und nicht zuletzt soll der Datenaustausch mit internationalen Partnern funktionieren.
Welche Schnittstellen aus Sicht von Unternehmen, Bildungsinstitutionen und Bürgerinnen und Bürgern besonders wichtig sind, klärt die Bundeskanzlei noch bis Ende Monat in einer Umfrage. Erst kürzlich hatte eine Studie von Citrix ergeben, dass Schweizerinnen und Schweizer mit der Digitalisierung von Behörden unzufrieden sind.
Chefredaktor Reto Vogt
Kommentar: Zurück in die Zukunft
Die 90er-Jahre haben angerufen und wollen ihre Pressemitteilung zurück! Beim Lesen der Meldung der Bundeskanzlei musste ich mich kurz vergewissern, dass wir tatsächlich das Jahr 2021 schreiben und nicht etwa 1996. "Der Bund setzt auf elektronische Schnittstellen." Krasser Move!
Entschuldigen Sie meine Häme, aber ich kann nicht anders. Sich digital aufstellen zu wollen, Behördendienstleistungen für Unternehmen und Private online anzubieten und dann noch in einer Umfrage abzuklären, welche API "wichtig sind", ist ja alles schön und gut, aber halt einfach 25 Jahre zu spät.