Apple versteuert Milliarden in den USA und will Jobs schaffen

18. Januar 2018 um 10:32
  • politik & wirtschaft
  • apple
  • steuern
  • usa
  • eu
image

Apple will nach der US-Steuerreform den Grossteil seiner gewaltigen Geldreserven ins Heimatland bringen.

Apple will nach der US-Steuerreform den Grossteil seiner gewaltigen Geldreserven ins Heimatland bringen. Zusätzlich zu einer Steuerzahlung von 38 Milliarden Dollar stellte der iPhone-Konzern massive Investitionen in den USA und den Bau eines neuen grossen Standorts in Aussicht.
Über 250 Milliarden Dollar im Ausland geparkt
Nach jüngsten Angaben vom Herbst lagerte Apple einen Geldberg von gut 252 Milliarden Dollar ausserhalb der USA. Die Höhe der erwarteten Steuerzahlung legt nahe, dass der Konzern nur wenig davon im Ausland lassen will. Eine spannende Frage wird sein, wie die Entscheidung den Konflikt mit der EU-Kommission um die von ihr geforderte Steuernachzahlung von 13 Milliarden Euro an Irland beeinflussen wird.
Amerikanische Unternehmen müssen auf Auslandsgewinne erst Steuern bezahlen, wenn das Geld in die USA überwiesen wird. Dann wurde nach bisherigen Regelungen aber ein hoher Satz von 35 Prozent fällig – und etwa fünf Prozent für den jeweiligen Bundesstaat obendrauf. Unter diesen Umständen zogen es die Firmen vor, das Geld jahrelang im Ausland zu lagern und auf günstigere Konditionen zu warten.
Diese kommen jetzt: Nach der unter US-Präsident Donald Trump beschlossenen Steuerreform soll Bargeld mit 15,5 Prozent besteuert werden und weniger liquide Werte mit acht Prozent. Die Zahlungen können über acht Jahre gestreckt werden.
Apple will 20'000 Jobs in den USA schaffen
Apple will nun in den kommenden fünf Jahren 30 Milliarden Dollar in den USA investieren, wie das Unternehmen ankündigte. Gut ein Drittel davon solle in Rechenzentren in den USA fliessen. Der Fonds für den Ausbau der High-Tech-Produktion in den USA – der Zulieferern zugute kommt – wird von einer auf fünf Milliarden Dollar aufgestockt.
Auch wolle Apple einen neuen Campus für seine Mitarbeiter an einem noch nicht genannten Ort eröffnen. Zudem sollen 20'000 neue Jobs an bereits existierenden Standorten entstehen. Zum 31. Dezember 2016 hatte Apple rund 80'000 Mitarbeiter in den USA.
Insgesamt werde Apple in den kommenden fünf Jahren 350 Milliarden Dollar zur US-Wirtschaft beitragen, hiess es ohne nähere Aufschlüsselung dieser Rechnung. Der Grossteil davon dürfte aber auf Zahlungen an US-Zulieferer zurückgehen, die bei über 50 Milliarden Dollar jährlich liegen.
EU fordert Steuernachzahlung
Die EU-Kommission fordert die Steuernachzahlung an Irland, wo ein grosser Teil der Auslandseinnahmen landet. Aus Sicht der Brüsseler Behörde verzerrten Apples Steuervereinbarungen in dem Land den Wettbewerb. Der Konzern und Irland wehren sich dagegen.
Die Kommission hatte zudem kritisiert, dass der Konzern ein System geschaffen habe, in dem die Auslandsreserven praktisch steuerfrei seien. Apple hatte stets betont, auf das Geld müssten Steuern in den USA bezahlt werden. Auch der US-Fiskus hatte kritisiert, die Europäer wollten an Geld ran, das eigentlich ihm zustehe.
Apples Geldreserven betrugen Ende September 268,9 Milliarden Dollar. Davon lagerten 94 Prozent ausserhalb der USA. (sda/ts)

Loading

Kommentare

Anmeldung wird geprüft …

Mehr zum Thema

imageAbo

EFK sieht Verbesserungsbedarf bei M365 beim Bund

Bei der Sicherheitsüberwachung und dem Backup von Microsoft 365 in der Bundesverwaltung sieht die EFK Handlungsbedarf.

publiziert am 22.10.2026
image

Milliardenstrafe für Meta wegen Cambridge Analytica

Der Skandal um Cambridge Analytica erschütterte einst das Vertrauen in Facebook. Jahre später bekommt Meta im US-Bundesstaat New Mexico nun die Quittung.

publiziert am 22.10.2026
imageAbo

Luzern beschafft M365-Backup ohne Microsoft

Zur Stärkung der digitalen Souveränität will die Stadtverwaltung Backups der Microsoft-Dienste ohne den US-Anbieter speichern. Dabei soll Jocker IT helfen.

publiziert am 21.10.2026
image

Postfinance braucht Zustimmung für Stimmabdrücke

Postfinance ist mit einer Beschwerde vor dem Bundesverwaltungsgericht gescheitert. Für Stimmabdrücke von Kundinnen und Kunden benötigt das Unternehmen die Zustimmung.

publiziert am 21.10.2026