Forschende der Berner Fachhochschule (BFH) in Biel haben eine neue Kryptowährung entwickelt, den "GNU Taler". "Taler" sei eigentlich eine Abkürzung, so die Fachhochschule, und stehe für "Taxable Anonymous Libre Electronic Reserves". Im Vergleich zu anderen Kryptowährungen wie Bitcoin werde für Transaktionen weniger Energie verbraucht. Zudem wäre der GNU Taler Eins-zu-eins an Währungen wie den Franken gekoppelt und schütze private Daten der Nutzenden so sicher wie Bargeld.
Das Ziel des Forschungsteams von Prof. Dr. Christian Grothoff und Prof. Andreas Habegger ist die Schaffung eines quelloffenen Systems für einen von der Zentralbank herauszugebenden, E-Franken. Denn Konsumenten sehnten sich nach einem benutzerfreundlichen Online-Zahlungssystem, sind sie überzeugt. Und Händler würden auf einen kostengünstigeren Ersatz für die derzeitigen kreditkartenbasierten Systeme hoffen.
SNB plant trotzdem noch keinen E-Franken
Am Mittwoch 16. September 2020, wurde die datenschutzfreundliche Bezahlmethode im Beisein von Vertretern der Schweizerischen Nationalbank SNB, lanciert. Die Technik überzeuge, sagte Thomas Moser, Mitglied des erweiterten Direktoriums der SNB bei dieser Gelegenheit. Aber er betonte auch klar: "Die SNB plant keinen E-Franken."
Das Team baute das neue Bezahlsystem bereits in Snackautomaten der BFH ein. Sie entwickelten ebenfalls eine App, die es Studierenden und Mitarbeitenden erlaubt, E-Geld gegen physisches Bargeld zu tauschen. So können sie mit "GNU Talern" ihren Durst löschen, ihren Hunger stillen oder auch ein Buch kaufen.