Die grenzüberschreitende Zahlungsabwicklung soll von Tagen auf Sekunden verkürzt werden, erhofft sich die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich.
Man habe nun das Potential von Distributed-Ledger-Technologien für die grenzüberschreitende Zahlungen und Abwicklungen zwischen Zentralbanken demonstriert, schreibt die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Die Institution hat mit vier Notenbanken den Prototyp einer interoperablen Blockchain-Plattform mehrerer digitaler Zentralbankwährungen lanciert.
Die Plattform namens mBridge habe innert Sekunden internationale Überweisungen und Devisengeschäfte abgewickelt, was über die bisherige Infrastruktur in der Regel mehrere Tage gedauert habe, heisst es von der BIZ. Zudem hätten die Kosten um bis zur Hälfte gesenkt werden können, wie einem Projektbericht zu entnehmen ist.
Zahlungen, Devisentransaktionen und andere Geschäfte werden in der Regel über die Netze grosser, weltweit tätiger Banken abgewickelt, die als Brücken zwischen den verschiedenen Rechtsordnungen dienen. Das Prinzip ist als System der Korrespondenzbanken bekannt. Laut der BIZ ist dieses komplex und zum Teil fragmentiert, so dass es immer wieder ineffizient ist. Der neue Prototyp soll hier nicht weniger als einen "Neuanfang" darstellen. Im nächsten Schritt würden nun in einer sicheren Umgebung Geschäftsbanken und andere Marktteilnehmer involviert.
Die drei Layers der Plattform: Blockchain Ledger und Smart Contracts, Backend Application, User Interface. Grafik: BIZ
Die Plattform basiert auf der zugriffsbeschränkten (permissioned) Enterprise-Blockchain Hyperledger Besu, die wiederum auf Ethereum beruht. Darauf werden die Smart Contracts zwischen den Zentralbanken abgebildet. Darüber sind mit Backend und User Interface zwei weitere Layer gebaut (siehe Grafik).
Die in Basel angesiedelte Bank für Internationalen Zahlungsausgleich ist die gemeinsame Institution der Notenbanken und gilt als eine wichtige Denkschmiede für die internationale Geldpolitik. Das neuste Projekt entstand in einer Kooperation mit den Zentralbanken von China, Hong Kong, Thailand sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Der 72-seitige Bericht zu mBridge kann von der Website der BIZ heruntergeladen werden.