Die Credit Suisse hat ihre im Juli 2020 präsentierten Pläne für die Restrukturierung konkretisiert. Die Grossbank will ihr Geschäft in der Schweiz umbauen und ab 2022 jährlich 100 Millionen Franken einsparen, wie sie mitteilt. Die Kostenreduktion ist Teil der Einsparungen von 400 Millionen jährlich, welche die Bank bereits angekündigt hatte.
Zugleich investiert die Credit Suisse bis zu 400 Millionen Franken in ihre Restrukturierung. Ein Teil des Geldes wird auch in die Digitalisierung fliessen: So soll etwa auf den 1. Oktober 2020 eine neue Einheit "Digital Banking" geschaffen werden. Sie wird aus den beiden Geschäftseinheiten "Direct Banking" und "Digitalization & Products" gebildet und soll bereits auf Ende Oktober ein neues digitales Angebot lancieren. Es soll nach Bekunden der Bank die Flexibilität und Kostenvorteile einer digitalen Bank mit dem Leistungsangebot der Credit Suisse als etabliertem Institut kombinieren.
Der Chef der Credit Suisse, André Helfenstein, bedankt sich in der Mitteilung bei Crameri und erklärt: "Durch das Bündeln unserer Kräfte im Bereich Digitalisierung verfügen wir für die nächste Phase unserer Digitalstrategie über eine einfachere Organisation und stellen so die schnellere Bereitstellung innovativer, digitaler Lösungen für unsere Kunden sicher."
Die Investitionen in die Digitalisierung werden durch einen Abbau von Filialen kontrastiert: Hierzulande soll das Netz von 146 Standorten auf noch 109 reduziert werden. Dies begründet die Bank damit, dass zunehmend auf digitale und telefonische Services der Bank zurückgegriffen werde, während die Frequenzen in den Filialen abnehmen. Das Online Banking habe sich in den vergangenen zwei Jahren um rund 40% erhöht, während sich das Mobile Banking gar mehr als verdoppelt habe, schreibt die CS. Mit der Corona-Krise habe sich diese Tendenz gar noch beschleunigt.
Einen Stellenabbau bezeichnet die Credit Suisse als unvermeidlich, will sich aber zu dessen Ausgestaltung noch nicht äussern.