Die Sicherheitsdirektion des Kantons Zug ist derzeit auf der Suche nach einem Leiter oder einer Leiterin für das neue Kompetenzzentrum für Cybersicherheit (KKC). Das Zentrum wurde
vor einem Jahr als Teil der kantonalen Cybersicherheitsinitiative vorgestellt. Die Zuger Regierung beantragte dafür beim Kantonsrat einen Kredit von 34,2 Millionen Franken für die Jahre 2026 bis 2030. Finanziert werden soll dieser aus Erträgen der OECD-Mindeststeuer.
Das KKC soll vier Hauptaufträge verfolgen. Es soll die Bevölkerung zu Risiken im Cyberraum mit einem Schwerpunkt auf vulnerable Personengruppen aufklären. Zuger KMU sollen Unterstützung erhalten, um ihre Cyberresilienz zu erhöhen. Weiter diene das Zentrum zur Vernetzung und Koordination von privaten und öffentlichen Partnern sowie zur Förderung des Wirtschafts- und Forschungsplatzes Zug.
Verantwortlich für Aufbau und Betrieb
Der Kantonsrat
debattierte Anfang Juli über den Kredit. Das KKC stiess in der ersten Lesung auf breite Zustimmung, die Schlussabstimmung steht noch aus. Die Sicherheitsdirektion möchte bereits mit den ersten konkreten Schritten beginnen und hat ein Stelleninserat für die gesuchte Leitung des Zentrums aufgeschaltet.
Die gesuchte Person soll die Gesamtverantwortung für Aufbau, Betrieb und Weiterentwicklung des KKC übernehmen und das Leistungsportfolio strategisch steuern. Ausserdem soll sie Governance, Prozesse und Standards etablieren sowie das Zentrum auf nationaler und internationaler Ebene repräsentieren. Verlangt wird ein Hochschulabschluss in Informatik, Cybersecurity, Wirtschaftsinformatik oder vergleichbar, mehrjährige Führungserfahrung und mehrjährige Erfahrung im Bereich Cybersicherheit.
Zehn Vollzeitstellen für das Zentrum
Lukas Kunz, Kommunikationsverantwortlicher der Sicherheitsdirektion, erklärt auf Anfrage von inside-it.ch: "Das KKC soll ab dem 1. Januar 2027 mit dem Aufbau einer operativen Einheit beginnen. Die Leitungsperson kann sich ab dem ersten Arbeitstag gestaltend einbringen." Ein Eintritt noch im Geschäftsjahr 2026 werde daher bevorzugt. Die Priorität liege jedoch auf der Auswahl der geeignetsten Persönlichkeit für diese wichtige Aufgabe.
Das erarbeitete Umsetzungskonzept sehe vor, dass zwei erfahrene Persönlichkeiten mit dem systematischen Aufbau des KKC beginnen. "Im Regelbetrieb sollen Festangestellte und unterstützende Kräfte im Umfang von zehn Vollzeitstellen das volle Spektrum der geplanten Unterstützungsleistungen anbieten", führt Kunz zum Team aus. Dabei sei nicht geplant, dass bestehende interne Stellen oder Rollen aus der Verwaltung in das KKC verlagert werden.
Kooperationen auf kantonaler und nationaler Ebene
Ein Schwerpunkt des neuen Zentrums ist die Vernetzung mit bestehenden Cybersecurity-Organisationen in Zug, anderen Kantonen sowie auf Bundesebene. "Um Doppelspurigkeiten zu vermeiden, die vorhandenen Ressourcen optimal zu nutzen und die Ziele der kantonalen Cybersicherheitstrategie mit angemessenem Mitteleinsatz zu erreichen, werden Kooperationen und Synergien mit umgebenden Strukturen aktiv gesucht und bewirtschaftet", so Kunz.
Das KKC werde eine enge Abstimmung und Zusammenarbeit insbesondere mit der Hochschule Luzern (HSLU), der ETH Zürich, dem Bundesamt für Cybersicherheit (Bacs) sowie mit
dem Verein ITSec4KMU und dessen Plattform anstreben. Im Kanton Zug soll das KKC mit dem seit Ende 2022 operativen
Nationalen Testinstitut für Cybersicherheit (NTC) zusammenarbeiten. Eine zentrale Umsetzungspartnerin ist laut Kunz auch die Zuger Polizei.