Der Kantonsrat des Kantons Zug hat an seiner heutigen Sitzung eine Debatte über die Cybersicherheit im Kanton aufgenommen. Die Regierung will mit mehreren Massnahmen die digitale Sicherheit im Kanton stärken.
Im Rahmen der Cybersicherheitsinitiative Zug will der Regierungsrat, wie er i
m vergangenen August bekannt gegeben hat, unter anderem ein kantonales Kompetenzzentrum für Cybersicherheit (KKC) aufbauen. Dieses soll Bevölkerung, Firmen und Verwaltung mit Kursen und Beratungen vor Cyberangriffen schützen.
Tom Magnusson (FDP), Präsident der Staatswirtschaftskommission, bezeichnete das Geschäft in der Eintretensdebatte als wichtiges Thema und als "Leuchtturmprojekt".
Das Kompetenzzentrum soll mit verschiedenen Institutionen zusammenarbeiten, darunter die ETH Zürich und die Hochschule Luzern (HSLU).
Das KKC soll vier Hauptaufträge verfolgen. Es soll die Bevölkerung zu Risiken im Cyberraum aufklären, mit einem Schwerpunkt auf besonders angreifbare Personengruppen. Zudem sollen Zuger KMU Unterstützung erhalten, um ihre Cyberresilienz zu erhöhen. Weiter soll das Zentrum zur Vernetzung und Koordination von privaten und öffentlichen Partnern sowie zur Förderung des Wirtschafts- und Forschungsplatzes Zug dienen.
Die Kosten für das Kompetenzzentrum von 2026 bis 2030 würden laut der Regierung rund 34,2 Millionen Franken betragen. Finanziert werden soll dies aus Erträgen der OECD-Mindeststeuer.
Breite Zustimmung im Rat, aber noch keine Entscheidung
Alle Fraktionssprecherinnen und -sprecher thematisierten in ihren Voten diese Kosten, sprachen sich aber für das Vorhaben aus.
Die Entwicklung der letzten Jahre zeige deutlich, dass das Thema Cybersicherheit nicht kleiner werde, sagte Ronahi Yener (SP). Das Projekt sei von "erheblicher strategischer Bedeutung für den Kanton und die gesamte Schweiz", sagte Patrick Röösli (Mitte). "Es verdient eine Chance." Mit dem Kompetenzzentrum werde der Kanton bei der Cybersicherheit gestärkt, so Hans Jörg Villiger (SVP).
Sicherheitsdirektorin Laura Dittli (Mitte) sagte, man stehe in der Verantwortung gegenüber der Bevölkerung und den Firmen. "Wir mussten etwas machen", sagte sie.
Trotz der zustimmenden Voten ist das Geschäft im Parlament noch nicht durch, zuerst ist noch eine zweite Lesung notwendig, die Schlussabstimmung folgt danach.