EU-Staaten einigen sich auf Regulierung von Google und Co.

26. November 2021 um 13:42
  • eu
  • regulierung
  • e-government
image

Die Gesetze für digitale Dienste (DSA) und für digitale Märkte (DMA) haben eine erste Hürde genommen. Sie verschärfen die Auflagen für grosse Tech-Konzerne.

EU-Minister haben am 25. November dem Gesetzespaket Digital Markets Act (DMA) und Digital Services Act (DSA) zugestimmt. Mit den beiden Verordnungen will die EU das digitale Umfeld in den kommenden Jahrzehnten neu gestalten.
Der DMA richtet sich an Gatekeeper, grosse Technologieunternehmen wie Google, Amazon, Facebook/Meta, Apple oder Microsoft, und soll verhindern, dass diese kleinere Konkurrenten im Markt unterdrücken oder verdrängen. Unter die Verordnung fallen Betriebssysteme, soziale Netzwerke, Suchmaschinen, Messenger-Dienste und mehr. Das Gesetz soll Lock-in-Effekte und wettbewerbswidrige Praktiken verhindern sowie die Interoperabilität fördern. Gatekeeper sollen anfallende Daten auch nicht mehr ohne Weiteres für eigene kommerzielle Aktivitäten verwenden können.
Der DSA soll sicherstellen, dass die Konzerne illegale Inhalte wie Hassrede oder Kinderpornografie schnell aus dem Netz nehmen. Die EU-Staaten wollen ihnen auch manipulative Design-Praktiken untersagen. Weiter regelt die Verordnung das sogenannte Haftungsprivileg für Hostprovider, das Herkunftslandprinzip und das Verbot einer allgemeinen Überwachungspflicht.
"Heute haben wir einen Meilenstein bei der Schaffung eines offeneren und wettbewerbsfähigeren digitalen Markts erreicht", sagte der slowenische Handelsminister Zdravko Pocivalsek. Slowenien hat aktuell die Ratspräsidentschaft inne.
Mit der Zustimmung der EU-Länder hat das Gesetzespaket eine erste grosse Hürde genommen. Es muss nun noch vom EU-Parlament behandelt werden. Erzielen Parlament und die einzelnen EU-Staaten eine Einigung, soll das Geschäft unter der kommenden Ratspräsidentschaft von Frankreich bis im Juni 2022 abgeschlossen werden.

Loading

Mehr zum Thema

imageAbo

DV Bern erneuert Fallführungssystem für 15 Millionen

Das kantonale Amt für Sozialversicherungen will sein Fallführungssystem "Evok" erneuern. Der bisherige Partner DV Bern hat für 15,8 Millionen Franken den Zuschlag bekommen.

publiziert am 16.7.2026
imageAbo

Basel-Land will Gever-Lösung neu ausschreiben

Der Kanton will seine Geschäftsverwaltungssoftware neu ausschreiben. Hintergrund sind strategische Weiterentwicklungen beim Lieferanten und beschaffungsrechtliche Vorgaben.

publiziert am 15.7.2026
imageAbo

16 Kantone wollen Geres-Applikation erneuern

Die Ge­res-Com­mu­ni­ty sieht das Le­bens­en­de der Re­gis­ter­har­mo­ni­sie­rungs­lö­sung na­hen. Da­her wird in ei­ner Aus­schrei­bung ein Ent­wick­ler oder Lie­fe­rant ei­ner neu­en Soft­ware ge­sucht.

publiziert am 14.7.2026
image

Kommando Cyber verabschiedet sich von Microsoft

Statt mit M365 sollen die Cyberspezialisten der Armee schon ab Oktober mit Opendesk arbeiten. Grund ist der "US Cloud Act".

publiziert am 13.7.2026