Freiburg, der Kanton der autonomen Busse

21. Mai 2021 um 12:31
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Die Hochschule HTA testet ein Fahrzeug ohne Personal an Bord. Bei den autonomen Bussen der Freiburger Verkehrsbetriebe ist das hingegen Pflicht.

Erstmals sei in der Schweiz ein ferngesteuertes Strassenfahrzeug getestet worden, teilt die Hochschule für Technik und Architektur Freiburg (HTA) mit. In Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe Swissmoves fand der Test mit einem Kleinauto auf dem Gelände des Innovationszentrums Bluefactory statt.
Ziel sei, dass künftig eine einzige Person mit Hilfe eines Cockpits mehrere solche Busse aus der Ferne betreuen könnte, sagte Roland Scherwey, Projektverantwortlicher und Professor an der HTA-FR. Im Bus selbst müsste dann keine Person mehr die Fahrt überwachen. Ein solches System wäre gerade auch auf dem Land nützlich, so Scherwey, wo beispielsweise ferngesteuerte Rufbusse eingesetzt werden könnten.
Swissmoves ist eine interdisziplinäre Forschungsgruppe in Freiburg, die auf dem Gebiet der automatisierten Mobilität das erforderliche Wissen und Know-how zu einem Kompetenzzentrum bündelt. Partner sind unter anderem die SBB, Postauto Schweiz und die Freiburgischen Verkehrsbetriebe TPF.

Verkehrsbetriebe testen bereits seit 2017

Die TPF setzen bereits seit 2017 zwei autonome Busse auf der Strecke Marly Innovation Center – Marly Cité ein. Für die Erschliessung des Geländes sei eine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr erforderlich gewesen, erklärt Laura Andres, wissenschaftliche Mitarbeiterin Projekte und Innovation TPF, gegenüber inside-it.ch. "Deshalb war diese Situation ideal, um den Last-Mile-Service mit automatisierten Shuttles zu testen."
Die Fahrzeuge stammen vom französischen Unternehmen Navya. "Es ist ihre Software, die die Automatisierung verwaltet", sagt Andres. "Wir arbeiten auch mit Bestmile für das Flottenmanagement und Smartphone-Anwendungen für unsere Kunden und Betreiber zusammen."

Gesetz schreibt Personal an Bord vor

Die TPF würden verschiedene Daten aus den Fahrzeugen sammeln, wie zum Beispiel die Anzahl der beförderten Passagiere, gefahrene Kilometer, Durchschnittsgeschwindigkeiten, aufgetretene Zwischenfälle und prozentualer Anteil des Fahrens im Automatikmodus. "Diese Daten sind für das TPF-Projektteam, Bestmile und Navya zugänglich", so Andres. Sie würden in Erfahrungsberichten zusammengefasst, die alle sechs Monate dem Bundesamt für Strassen (ASTRA) vorgelegt werden müssen.
Dass allerdings die Busse in Marly ohne Personal und ferngesteuert unterwegs sein könnten, das ist noch Zukunftsmusik. In der Schweiz ist bei allen Tests von autonomen Fahrzeugen die Anwesenheit einer Begleitperson an Bord erforderlich. "Dies ist gesetzlich vorgeschrieben und ist Teil der ASTRA-Zulassung für diese Art von Test", erklärt Andres. Das neue autonome Fahrzeug der HTA kann deshalb zurzeit nur auf speziellen Testgeländen eingesetzt werden.

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