Melani publiziert vertiefte Bedrohungsanalysen

30. April 2020 um 14:43
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Trickbot und anderes unter der Lupe: Der aktuelle Halbjahresbericht von Melani enthält mehr Tech-Infos als früher.

Die Eidgenössische Melde- und Analysestelle Melani hat ihren traditionellen Halbjahresbericht veröffentlicht, der diesmal Entwicklungen und Ereignisse im Bereich Cyberkriminalität aus der zweiten Hälfte 2019 zusammenfasst. Im Gegensatz zu früheren Berichten hat Melani dafür eine neue Form gewählt. Der Hauptteil erhielt eine einfachere Struktur und soll dadurch schlanker und praktischer sein, hoffen die Verfasser.
Gleichzeitig wurde für Security-Interessierte mit vertieften technischen Fachkenntnissen erstmals eine 72-seitige technische Beilage veröffentlicht. Diese enthält Analysen von GovCert und dem im vergangenen Jahr gegründeten Cyberdefence Campus (CYD) von Armasuisse.
GovCert schildert detailliert die Erkenntnisse, die man in den vergangenen Jahren über das Botnetz "Trickbot" gewonnen hat. Das CYD erklärt unter anderem, wie Machine Learning dabei helfen kann, die Command & Control-Kanäle von Malware und Botnetzen schnell und zuverlässig zu identifizieren. Und es befasst sich auch mit einem nicht ganz so technischen Thema: Eigentlich sind sich ja alle einig, dass ein offener Informationsaustausch relevant für die Analyse und Prävention von Cybersecurity-Vorfällen wäre. Aber viele Menschen scheuen trotzdem davor zurück, solche Informationen preiszugeben. Warum? Inwiefern spielt dabei die menschliche Psychologie eine Rolle?

Melani wandelt sich zum NCSC

Melani wird in Zukunft das Nationale Zentrum für Cybersicherheit (NCSC) werden und damit eine noch deutlich wichtigere Rolle im Kampf gegen Cyberbedrohungen einnehmen. Wie Florian Schütz, Delegierter des Bundes für Cybersicherheit und Leiter des NCSC im Hauptbericht schreibt, ist es noch nicht endgültig festgelegt worden, wie das NCSC im Detail organisiert wird
Das Schwerpunktthema des Berichts, in dem zu unserer Freude auch inside-it.ch zweimal zitiert wird, ist dieses Mal die Sammlung von Personendaten im Internet. Es wird aufgezeigt auf wie vielen Wegen, sei es durch einfaches Surfen, Einkaufen oder auch durch Einträge in öffentlichen Registern heutzutage persönliche Daten in mehr oder weniger legitimen Händen landen können. Melani hat auch einige Ratschläge für den Umgang mit dieser Situation auf Lager.
Daneben streift der Bericht eine Vielzahl von Themen wie Cyberspionage, Bedrohungen für industrielle Kontrollsysteme, DDoS-Angriffe, Datenabflüsse oder Ransomware.
Den Hauptbericht findet man hier (PDF)hier (PDF), die technische Beilage hier (PDF).

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