Als "Executive Vice President – Global Sales Officer, Financial Services" hat Pierre-Olivier Bouée auf Anfang Mai beim französische Beratungs- und IT-Dienstleistungs-Konzern Capgemini angeheuert. Das ist
seinem Linkedin-Profil zu entnehmen.
Bouée war Ende Dezember 2019 von der Credit Suisse (CS) als Group COO fristlos entlassen worden, nachdem er für die Beschattung der ehemaligen CS-Geschäftsleitungs-Mitgliedern Iqbal Khan und Peter Goerke verantwortlich gemacht worden war.
Der einstige oberster Herr übers weltweite Backoffice der CS gehe somit vom Kunden zum Berater, schreibt 'Inside Paradeplatz'. Der Wechsel zu Capgemini komme für Bouée nicht von ungefähr, habe er seine Karriere doch vor 20 Jahren bei McKinsey in Paris begonnen.
Bouée war 2015 mit dem damaligen CEO Tidjane Thiam zur CS gestossen, wo er zum Beispiel Ende 2017 den Investoren unter dem
Titel "Efficiency & Productivity" auch die IT betreffende Massnahmen zur Kostenoptimierung vorgestellt hatte. Demnach sollte die Kostenbasis der CS von 21,2 Milliarden Franken im Jahr 2015 auf unter 17 Milliarden Franken im Jahr 2020 sinken. Dazu wurden damals beispielsweise die Digitalisierung von mehr als 200 operationellen Prozessen genannt, der verstärkte Einsatz von Robotern und der Rückgriff auf AI, Deep Learning, Distributed Ledger und Smart Contracts.
Im Beschattungsskandal der CS war zuletzt bekannt geworden, dass die Finma untersucht, ob CS-Geschäftsleitungsmitglieder verschlüsselte Nachrichten der App Threema benutzt haben, um den Inhalt von Diskussionen geheim zu halten. Ausserdem prüfe Bouée eine Klage gegen seinen Ex-Arbeitgeber. Dabei gehe es dem Franzosen nicht nur um gesperrte Boni, sondern auch "um die Ehre", so 'Inside Paradeplatz'.