Sage lässt Schweizer Software fallen

20. November 2020, 17:09
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Der Softwareanbieter stösst einen Teil seines Geschäfts ab. Darunter auch das Schweizer Business, das der Konzern über die Jahre zusammengekauft hat.

Bei Sage Schweiz ist eine Reorganisation im Gange. "Die Sage Gruppe hat heute bestätigt, dass die Sage Schweiz AG mit seinen Produkten Sage Start, Sage 50 Classic/Extra und Sage 200 Extra zum Verkauf steht." Dies geht aus einem uns vorliegenden Schreiben vom 20. November an Schweizer Kunden und Partner hervor. Demnach wird ein Käufer für die ehemals in der Schweiz dominierenden Business-Lösungen gesucht.
Die Produkte Sage X3, Sage 100, Sage CRM, Sage b7 und Wincarat würden hingegen innerhalb der Gruppe verbleiben.
Dieser Schritt ermögliche für das Schweizer Geschäft eine stärkere Fokussierung auf die lokalen Marktbedürfnisse. Und es eröffne die Möglichkeit, das Geschäft unabhängig und beschleunigt voranzutreiben, heisst es im Schreiben weiter.
Im aktuellen Geschäftsbericht schreibt der britische Softwareanbieter, dass man die "Umgestaltung des Portfolios" und die "verstärkte Konzentration auf Sage Business Cloud" fortsetze. Es sei eine Priorität der Firma, das Business zu konzentrieren und zu vereinfachen. Im Zuge dessen veräussert der britische Konzern in verschiedenen Regionen Assets – neben der Schweiz auch in Polen sowie der asiatisch-pazifischen Region. Dabei gehe es meist um lokale Produkte, die nicht Teil der Sage Business Cloud seien, so der britische KMU-Softwareanbieter.
Die in der Schweiz zum Verkauf stehenden Vermögenswerte belaufen sich laut Unternehmen auf 21 Millionen Pfund; demgegenüber stehen Verbindlichkeiten von 17 Millionen Pfund. Sage erwartet, dass die Verkäufe bis am 30. September 2021 abgeschlossen werden.

Zuerst gekauft, jetzt verkauft

Sage hat während vielen Jahren europaweit KMU-Lösungen gekauft und vertreibt diese über einen grossen und sehr heterogenen Verkaufskanal. Seit einigen Jahren liegt der Fokus des Konzerns aber auf der zentralen Cloud-Lösung.
Bei den Assets die Sage in der Schweiz nun abstossen will, handelt es sich um ebensolche Lösungen respektive Unternehmen, die der Konzern hierzulande in den vergangenen Jahrzehnten für sehr viel Geld übernommen hatte (so etwa Sesam und Simultan).
Es gebe keine Änderungen bei den von hiesigen Kunden oder Partnern bezogenen Lösungen, wird im Schreiben versprochen. Sage bleibe der Unterstützung der Kunden verpflichtet und werde weiterhin den gleichen Partner- und Kundenservice anbieten.

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