General Atlantic und Sequoia Capital, zwei Hauptinvestoren in Tiktoks chinesische Muttergesellschaft, wollen den Übernahme-Deal mitprägen, um ein Verbot durch die Trump-Administration zu vermeiden. Dies meldet das 'Wall Street Journal' unter Berufung auf Personen, die mit den Verhandlungen vertraut sind.
Die beiden Grossinvestoren von Bytedance, welche auch im Verwaltungsrat der Tiktok-Mutter vertreten sind, sollen laut der Wirtschaftszeitung einen Deal mit Oracle anstreben.
Medienberichten zufolge soll neben Oracle vor allem Microsoft und möglicherweise Twitter an einer Übernahme des Tiktok-Geschäfts in den USA und drei weiteren Ländern interessiert sein.
Microsoft hatte gesagt, man werde "möglicherweise" einige US-Investoren einladen, sich an einem Angebot anzuschliessen. "Doch in jüngster Zeit machten sich Sequoia und General Atlantic zunehmend Sorgen, dass sie in einem Microsoft-Geschäft nicht beteiligt würden und suchten nach einem anderen potenziellen Technologiepartner", schreibt das
'Wall Street Journal' (Paywall).Aktuell sollen die Verhandlungen, die laut Trump-Administration bis zum 15. September abgeschlossen sein sollen, mit Microsoft weiter vorangeschritten sein.
Allerdings verfügt Oracle über politische Verbindungen, die helfen könnten. So ist Oracle-Gründer Larry Ellison ein namhafter Trump-Spender und Unterstützer, laut der Zeitung auch Investor Sequoia. Zudem nannte der US-Präsident Oracle kürzlich "eine grossartige Firma."
Allerdings hat Oracle wenig Erfahrung im Consumer-Tech-Geschäft und Synergien gibt es keine, sodass es für Beobachter nicht ganz offensichtlich ist, warum Oracle je nach Schätzung zwischen 10 und 50 Milliarden US-Dollar für Tiktok ausgeben will. Einige spekulieren, dass Tiktok als Vorzeige-Projekt für die Oracle-Cloud-Services allgemein dienen könnte. Manche glauben, dass die mögliche Verknüpfung von Tiktok-User-Daten mit der Oracle-Marketing-Cloud Ellison motiviert.
Insbesondere könnte Tiktok zu Data-as-a-Service-Firmen-Übernahmen wie Bluekai, Datalogix und Grapeshot passen, heisst es.
Oder es stecken tatsächliche politische Gründe dahinter, wie die Dritten vermuten.