"Der Award ist mehr als eine persönliche Auszeichnung"

21. Mai 2026 um 07:46
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Alina Matyukhina, die aktuelle Preisträgerin des "Pioneer des Jahres".

Der "Pioneer des Jahres" zeichnet Persönlichkeiten aus, die die digitale Schweiz mitgestalten. Die aktuelle Preisträgerin Alina Matyukhina spricht im Interview über den Wert von Vorbildern in der Cybersecurity.

Der Digital Economy Award bringt jedes Jahr die Schweizer Digitalbranche im Zürcher Hallenstadion zusammen. Im Zentrum stehen Persönlichkeiten, die mit ihren Ideen und ihrem Engagement die digitale Transformation prägen. Der frühere Publikumspreis "The Pascal" wird neu als "Pioneer des Jahres" vergeben und ehrt Menschen, die Innovation, Ausdauer und Wirkung verbinden. Die aktuelle Preisträgerin Alina Matyukhina steht exemplarisch für diese Rolle. Sie gibt im Interview Einblick in ihre Erfahrungen und erklärt, welche Bedeutung der Award für sie persönlich hat – insbesondere im Hinblick auf Sichtbarkeit und Nachwuchsförderung in der IT-Branche.
Inside IT: Sie sind die erste Frau, die diesen Preis gewonnen hat. Welchen Rat würden Sie anderen Frauen auf Ihrem Gebiet im Hinblick auf eine Nomination geben? Alina Matyukhina: Ich würde sagen, dass Frauen in der Cybersecurity sich auf die Wirkung konzentrieren sollen, die sie erzielen, und auf den Mehrwert, den sie mit ihrer Arbeit schaffen. Ich rate ihnen, ihre Fachkompetenz auszubauen, neugierig zu bleiben und Mut zu haben, ihre Perspektive einzubringen – auch wenn sie das Gefühl haben, anders zu sein als alle anderen im Raum. Oft wird genau dieser Unterschied zu Ihrer Stärke.
Es wird Momente geben, in denen man sich fehl am Platz fühlt, insbesondere in Umgebungen, in denen man vielleicht die einzige Frau im Raum ist. Doch häufig bedeutet genau das, dass man dort ist, wo Veränderung beginnt.
Und vor allem rate ich ihnen, nicht auf den Moment zu warten, in dem sie sich vollkommen bereit fühlen. Wachstum und Selbstvertrauen entstehen meist erst, nachdem man eine Chance ergriffen hat – nicht davor.
Was bedeutet dieser Preis für Sie? Für mich ist dieser Preis weit mehr als eine persönliche Auszeichnung. Er steht für das Vertrauen der Community und für die Anerkennung, wie wichtig Cybersicherheit für Gesellschaft, Wirtschaft und Führung geworden ist.
Besonders berührt hat mich die Erkenntnis, dass meine Arbeit auch ausserhalb der technischen Welt Resonanz findet. Cybersicherheit dreht sich längst nicht mehr nur um Technologie. Es geht darum, Vertrauen, Innovation und Resilienz in einer zunehmend digitalen Gesellschaft zu schützen.
Der Preis hat mich zudem daran erinnert, dass Erfolg dann wirklich Bedeutung erhält, wenn man ihn nutzt, um anderen Türen zu öffnen.
Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie auf die Bühne gegangen sind, um den Preis entgegenzunehmen? Ich war vor allem sehr dankbar – dankbar gegenüber all den Menschen, die Teil dieses Weges waren: Mentorinnen und Mentoren, Kolleginnen und Kollegen, Studierende, Teams und allen, die an mich geglaubt haben.
Gleichzeitig war es auch ein sehr nachdenklicher Moment. Anerkennung ist etwas Schönes, bringt aber auch Verantwortung mit sich. Ich erinnere mich daran, dass ich darüber nachdachte, wie ich diesen Moment nicht nur als persönlichen Erfolg nutzen kann, sondern auch als Plattform, um noch stärker zum Fachgebiet beizutragen und die nächste Generation zu unterstützen.
Was war die schönste Reaktion, die Sie nach der Preisverleihung erhalten haben? Die bedeutungsvollsten Reaktionen kamen von jungen Fachkräften und Studierenden – insbesondere von Frauen –, die sagten, die Auszeichnung habe sie dazu inspiriert, Cybersicherheit als möglichen Karriereweg in Betracht zu ziehen.
Eine Nachricht lautete sinngemäss: "Als ich Sie dort auf der Bühne gesehen habe, hatte ich das Gefühl, dass vielleicht auch ich das schaffen könnte." Das bedeutete mir mehr als alles andere, denn Sichtbarkeit ist wichtig. Manchmal braucht es nur ein einziges Vorbild, damit Menschen zu glauben beginnen, dass etwas auch für sie möglich ist.
Hat Ihnen die Auszeichnung geholfen, Dinge zu erreichen, die sonst schwieriger gewesen wären? Ja, definitiv. Anerkennung schafft Sichtbarkeit – und Sichtbarkeit eröffnet Gespräche. Dadurch erhielten Themen, die mir besonders am Herzen liegen, mehr Aufmerksamkeit: etwa Cybersicherheitsbildung für Führungskräfte und Verwaltungsräte, Diversität in der Technologiebranche oder die stärkere Verbindung zwischen Wissenschaft und Industrie.
Der grösste Unterschied ist jedoch, dass Menschen eher bereit sind zuzuhören, wenn wichtige Gespräche geführt werden müssen. Und gerade in der Cybersicherheit brauchen wir dringend einen stärkeren Dialog zwischen technischen Fachleuten, Unternehmensführungen, politischen Entscheidungsträgern und der Gesellschaft.
Sie werden die Digitalisierung der Schweiz sicherlich weiter vorantreiben. Gibt es ein Projekt, das Ihnen derzeit besonders wichtig ist? Eine Initiative, die mir besonders am Herzen liegt, ist der Cyberlead Hub sowie die dazugehörige "Masterclass Cybersecurity for Business Leaders", die ich nach Erhalt des Awards lanciert habe. Die Auszeichnung hat mich dazu gebracht, darüber nachzudenken, wie ich etwas schaffen kann, das noch mehr Menschen hilft, Cybersicherheit auf praktische und sinnvolle Weise zu verstehen.
Die Idee hinter der Masterclass ist es, Führungskräften und Entscheidungsträgern zu helfen, Cyberrisiken in geschäftlichen Zusammenhängen zu verstehen und nicht nur in technischer Sprache. Ich bin überzeugt, dass Cybersicherheit nicht isoliert innerhalb technischer Teams bleiben darf. Führungskräfte aller Branchen müssen verstehen, wie Cyberresilienz mit Innovation, Vertrauen und Geschäftskontinuität zusammenhängt.
Die Vorbereitung künftiger Führungskräfte ist mir ein grosses Anliegen. Deshalb bleiben Bildung, Mentoring und eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie für mich enorm wichtig. Ich bin überzeugt, dass die Schweiz das Potenzial hat, nicht nur ein Pionier in Innovation zu sein, sondern auch eine führende Rolle bei einer verantwortungsvollen und sicheren digitalen Transformation einzunehmen.
Wenn Sie auf Ihre Karriere zurückblicken: Gibt es jemanden, von dem Sie finden, dass er oder sie den Preis damals ebenfalls verdient gehabt hätte? Warum? Absolut. Auf meinem Weg habe ich viele brillante Menschen kennengelernt, deren Beiträge oft still im Hintergrund stattfinden. Einige entwickeln Technologien, die Millionen von Menschen schützen, andere engagieren sich mit grossem Einsatz in der Bildung.
Meiner Meinung nach sollte dieser Preis insbesondere Menschen auszeichnen, die Brücken zwischen Technologie, Führung, Bildung und Gesellschaft bauen. Sie helfen dabei, komplexe Themen verständlich zu machen, unterschiedliche Welten miteinander zu verbinden und kommende Generationen darauf vorzubereiten, verantwortungsvoll mit einer zunehmend digitalen Realität umzugehen. Ihre Wirkung reicht oft weit über individuelle Leistungen hinaus und bleibt über viele Jahre bestehen.
Interessenbindung: Inside-it.ch ist Medienpartner der "Digital Economy Awards".
Wer ist für Sie der Pioneer des Jahres 2026? Wer prägt die digitale Schweiz wirklich?
Gesucht sind Menschen mit Mut, Ausdauer und dem Willen, neue Wege zu gehen. Menschen, die an ihre Idee glauben, auch wenn andere längst aufgegeben haben. Die dranbleiben. Widerstände überwinden. Verantwortung übernehmen. Und mit ihrem Handeln sichtbare Wirkung erzielen – in Technologie, Wirtschaft, Wissenschaft oder Gesellschaft.
Genau diese Pioneer-Persönlichkeiten macht der Digital Economy Award sichtbar.
  • Wer inspiriert andere?
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Nominieren Sie jetzt Ihren Kandidaten oder Ihre Kanditatin auf der Pioneer-Website.

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