Werbung der Post für die SMS-Briefmarke. Screenshot: Youtube
Per Juli stellt die Post ihre SMS-Briefmarke ein. Eine Digitalstamp mit mehr Funktionen löst sie in der Post-App ab.
"Einfach, schnell, rund um die Uhr" – so bewarb die Schweizer Post im Herbst 2013 ihre technische Neuerung. Kundinnen und Kunden konnten erstmals mit dem Handy per SMS einen Code anfordern und ihn anstelle einer A-Post-Briefmarke auf das Kuvert notieren. Das Angebot kostete mit 1,20 Franken allerdings mehr als die damals reguläre 1-Franken-Briefmarke.
Nach einem einjährigen Testversuch wurde die Briefmarke 2014 definitiv eingeführt. Über 100'000 Briefe seien bereits damit frankiert worden, teilte die Post damals mit. Später wurde dann auch der Preis mit 1 Franken der herkömmlichen Briefmarke angepasst. Jetzt wird das Angebot per 1. Juli 2023 eingestellt.
Schon seit 2006 bietet die Post die Webstamp an, heisst es in einer Mitteilung. "Kundinnen und Kunden gestalten zu Hause am Computer ihre persönliche Briefmarke zum Ausdrucken. Pro Monat werden auf diese Weise rund 2,7 Millionen Webstamps erstellt." Die SMS-Briefmarke erfreut sich hingegen einer deutlich geringeren Beliebtheit: Pro Monat werden aktuell bloss etwas über 100'000 Briefe damit frankiert.
Digitalstamp in der Post-App. Foto: Die Post
Die SMS-Technologie sei in die Jahre gekommen, neue Funktionen seien damit nicht möglich, so das Unternehmen. Deshalb wird sie in Rente geschickt. Für die Kundinnen und Kunden ändert sich aber nichts, betont die Post. "Ausser, dass sie keine SMS mehr an die Nummer 414 schicken, sondern ganz einfach die Post-App öffnen können." Neu heisst die Briefmarke Digitalstamp und bietet zusätzliche Funktionen: Nicht nur A-Post, sondern auch B-Post und nicht nur Standardbriefe, sondern auch Grossbriefe sowie Pakete können damit frankiert werden. Auch die Bezahlung mit Kreditkarte oder Twint ist möglich.