Digitaler Euro: Erste Vorarbeiten sind abgeschlossen

17. Oktober 2023 um 14:18
  • politik & wirtschaft
  • Finanzindustrie
  • eu
  • Wirtschaft
image
Foto: Gerd Altmann / Pixabay

Die Europäische Zentralbank will noch diese Woche über die nächsten Schritte entscheiden.

Nach zweijährigen technischen Vorarbeiten will die Europäische Zentralbank (EZB) in dieser Woche entscheiden, wie es mit dem digitalen Euro weitergeht. "Übermorgen wird der EZB-Rat entscheiden, ob das Projekt mit einer sogenannten Vorbereitungsphase fortgesetzt wird", sagte Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz am 16. Oktober in Hamburg.
Balz betonte zugleich: "In der anstehenden Sitzung des EZB-Rats geht es nicht um die Entscheidung darüber, ob ein digitaler Euro tatsächlich eingeführt werden soll." Hierfür brauche das Eurosystem den Gesetzgeber, der den rechtlichen Rahmen setzen würde. Nach Einschätzung von Balz könnte es noch mindestens 4 bis 5 Jahre dauern, bis eine digitale Variante der europäischen Gemeinschaftswährung marktreif wäre.
Die Vorbereitungen für eine digitale Variante der europäischen Gemeinschaftswährung laufen seit Jahren, Ende Juni 2023 hatte die EU-Kommission ihre Vorschläge für einen Rechtsrahmen für den digitalen Euro vorgelegt. Der digitale Euro soll demnach ein mögliches gesetzliches Zahlungsmittel werden, Schein und Münze aber nicht ersetzen.
Das oberste Steuerungsgremium des Projekts im Eurosystem habe "einen Vorschlag vorlegt, wie der digitale Euro ausgestaltet sein könnte", führte Balz aus. Die Arbeiten zu den Gestaltungsmerkmalen eines digitalen Euro seien "weitestgehend abgeschlossen". Es zeichne sich unter anderem ab, "dass der digitale Euro auch in einer offline-Variante zur Verfügung gestellt würde", erklärte Balz. "Digitale Zahlungen blieben also auch dann möglich, wenn die Internet- oder Mobilfunkverbindung gestört wäre."

Antwort auf Kryptowährungen

Im Gegensatz zu Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ether würde ein digitaler Euro unter der Aufsicht einer Zentralbank stehen, die die Stabilität der Währung sichert.
Zudem hätte Europa mit einem digitalen Euro ein eigenes Angebot für digitale Zahlungen als Alternative zu Zahlungsdienstleistern, die nicht in Europa beheimatet sind, wie etwa der US-Riese Paypal.
Auch andere Notenbanken weltweit beschäftigen sich mit digitalem Zentralbankgeld.

Loading

Mehr zum Thema

imageAbo

Basel-Landschaft erneuert IT-Arbeitsplätze für 16,7 Millionen

Der Kanton hat drei Aufträge rund um den IT-Arbeitsplatz seiner Verwaltung vergeben. Die Zuschläge gehen an MTF Solutions, Dplan, Bechtle und Brack.

publiziert am 13.10.2026
imageAbo

Berufsbildungszentrum beschafft Prüfungs- und Lernplattform

Für 5,6 Millionen Franken liefert die deutsche Firma Arrabiata Solutions eine neue Plattform. Diese stellt das Zentrum Kantonen und Organisationen zur Verfügung.

publiziert am 13.10.2026
imageAbo

Kanton Zürich kann bei Gever-Software sparen

Das Geschäftsverwaltungssystem von CM Informatik soll in allen Verwaltungseinheiten zum Einsatz kommen. Dafür wird ein kostengünstiger kantonsweiter Vertrag abgeschlossen.

publiziert am 12.10.2026
image

EU will von OpenAI und Anthropic Klarheit über KI-Risiken

Nach den Cyberangriffen durch KI-Systeme erhöht Brüssel den Druck auf OpenAI und Anthropic. Die EU-Kommission fordert Antworten zu den Risiken von KI-Modellen.

publiziert am 12.10.2026