Digitaler Zwilling für neues Dock am Zürich Flughafen

22. März 2024 um 08:30
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Das geplante Dock A am Flughafen Zürich mit dem Tower der Flugsicherung im Hintergrund. Illustration: Bucharest Studio / Flughafen Zürich

2030 soll das bestehende Terminal mitsamt Tower umgebaut werden. Dafür sammelt der Flughafen jetzt schon Daten, verknüpft diese miteinander und analysiert sie.

Die Infrastruktur am Flughafen Zürich verändert sich ständig. Immer wieder wird angepasst, vergrössert und verbessert. Als Nächstes dran glauben muss der Tower der Flugsicherung Skyguide sowie das Dock A. Seit der Inbetrieb­nahme 1985 blieb dieser Bereich weitgehend unverändert. Die Anforderungen bezüglich Funktionalität, Nachhaltigkeit und Qualität sind seither aber gestiegen. Deshalb soll ab 2030 mitten im laufenden Betrieb ein Ersatzneubau erstellt werden.
Seit der Eröffnung des Flughafens wurden Hoch- und Tiefbau stets in zwei separaten Bereichen geführt. So sind mit der Zeit sehr viele unter­schiedliche Systeme und Datensilos für Bauplanung, Ausführungs­vorgaben und Archive entstanden.
Video zu den geplanten Bauarbeiten am Flughafen.

Daten sichtbar machen

Um diese Daten zu vereinen und zu visualisieren, hat der Flughafen Zürich zusammen mit Esri Schweiz und Cadmec ein Proof of Concept für einen digitalen Zwilling des Docks A geschaffen. Dieser soll die wichtigsten Daten aus Bau und Betrieb verknüpfen und im Modell des Flughafens sichtbar machen. Dies alles ohne Systemablösungen und mit bereits bestehenden Technologien, wie die Beteiligten in einem Blogbeitrag schreiben.
"Bisher war es recht mühsam, die Projektpläne in eine Gesamtübersicht zu integrieren. Fehlende Georeferenzierung und Sachdaten, unsaubere Strukturen und Geometrien in CAD-Plänen von Projekten waren leider eher die Regel als die Ausnahme", wird Peter Bitter, Leiter Geoinformationssystem Masterplanung, zitiert. Mit dem neuen Projekt sollen die Informationen deshalb in einem räumlichen und zeitlichen Kontext abgebildet werden.

Holistisches Modell als Ziel

Gelingen soll dies mit Building Information Modeling (BIM). Dank dieser Methode, strikteren Datenmodellen und vorgelagerten Prüfprozessen sollen alle Daten an einem zentralen Ort zusammenkommen. Für die Wartung, Inspektion und Reparatur der technischen Anlagen wird weiterhin auf SAP PM gesetzt. Damit verbunden kommt auch das Facility-Management-Tool Byron zum Einsatz, wo die Pläne für die Verortung hinterlegt sind.
In Zukunft soll es möglich sein, die unterschiedlichen Informationen aus verschiedenen Quellen miteinander zu verknüpfen und in einem holistischen Modell zusammenzuführen. Diese Daten sollen dann ein besseres Gesamtbild über die Baustelle liefern. So ermöglicht der digitale Zwilling nicht nur die Darstellung von Gebäuden in 3D, sondern hilft auch bei der Optimierung von Wartung und Reparaturen.
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Illustration: Bucharest Studio / Flughafen Zürich
Reparatur- und Wartungsarbeiten sollen mit der Technologie besser geplant werden können, da sich der Zustand in Echtzeit überwachen lässt. So können die Daten auch mit anderen Informationen wie beispielsweise dem Wetter verknüpft werden, um präventive Massnahmen zu treffen, sagt Ralph Buffoni, Programmleiter integriertes Immobilienmanagement.

Detailierter als der grosse Bruder

Am Flughafen Zürich existiert bereits ein digitaler Zwilling. Dieser ist aber eher eine Ansammlung von alphanumerischen und grafischen Daten, die in unterschiedlichsten Systemen gespeichert und gepflegt werden, erklärt Maike Schürger, Leiterin Gebäudemodell, Architektur und Projekte. Somit sind die Daten stark fragmentiert und bieten keinen Rundumblick.
Durch die Visualisierung der Daten des Docks A soll das Verständnis für die Infrastruktur am Flughafen gestärkt werden. So sollen Herausforderungen bezüglich Schnittstellen früher sichtbar gemacht und Steuerungs­möglich­keiten in frühere Projektphasen verlegt werden. Zudem soll damit auch die ganze Betreiberorganisation miteinbezogen werden.
Sollten zu einem späteren Zeitpunkt noch weitere Änderungen am neuen Dock A vorgenommen werden, können die gesammelten Daten im erstellten Modell nachgeführt und mit den Basissystemen abgeglichen werden. Dazu wird der digitale Zwilling laufen ausgebaut. Dank dem holistischen Modell sollen neue Anwendungsfälle jetzt aber viel schneller umsetzbar sein.
Update 26.3.: Im ursprüngliche Beitrag hiess es im zweiten Absatz, dass der Kanton Zürich für die Infrastruktur zuständig ist. Dieser Teil wurde gelöscht.

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