Edöb besetzt weitere Stellen wegen der Revision des Datenschutzgesetzes

12. August 2022, 08:12
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Adrian Lobsiger, der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (Edöb).

Derzeit sucht der Datenschutzbeauftragte einen Informatiker für die Leitung von Kontrollen. Im Rahmen des neuen DSG wurden 8 Vollzeitstellen gesprochen.

Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (Edöb) sucht derzeit eine Fachperson, die Informations- und Kommunikationssysteme überprüfen kann. Die Informatikerin oder der Informatiker wird im Kompetenzzentrum des Edöb Kontrollen leiten, bei denen etwa Datenmodelle, Systemarchitekturen, Applikationen oder Protokollierungsdaten unter die Lupe genommen werden.
Im Stelleninserat heisst es auch, dass die Fachperson bei der Anwendung der Bundesgesetzgebung über den Datenschutz (DSG) mitwirken soll. Diese wurde totalrevidiert und soll nach mehrfacher Verzögerung am 1. September 2023 in Kraft treten. Dem Beauftragten Adrian Lobsiger wurde dafür zusätzliches Personal im Umfang von 8 Vollzeitstellen zugesprochen, heisst es auf Anfrage aus dessen Büro.
3 Stellen wurden laut Auskunft im Rahmen des vorgezogenen Schengen-Datenschutzgesetzes geschaffen, das am 1. März 2019 in Kraft trat. Die restlichen 5 Vollzeitstellen sollen als 6 Teilzeitstellen realisiert werden. "Bis auf 2 Stellen wurden alle bereits besetzt. Eine ist aktuell ausgeschrieben, und die letzte sollte noch im Laufe dieses Jahres besetzt werden können", so das Büro Edöb.
Der Markt für IT-Fachkräfte ist derzeit angespannt. Man hoffe, die nun ausgeschriebene Stelle rasch besetzen zu können, heisst es weiter. Man wolle das Kompetenzzentrum in Zukunft weiter ausbauen. Wie gross der Bedarf sein wird, lässt sich aber noch schwer abschätzen. Laut Jahresbericht zählt der Edöb 39 Mitarbeitende mit umgerechnet 33 Vollzeitstellen und verfügt über ein Budget von 7,6 Millionen Franken für das Jahr 2022.
Im letzten Tätigkeitsbericht heisst es, dass das neue Datenschutzgesetz zum Teil zu wenig detailliert sei. "Wir werden zusätzliche Aufgaben erhalten und allgemein mehr Anfragen zu erledigen haben. Wie bei jedem neuen Gesetz braucht es eine gewisse Anlaufzeit, weshalb es zum heutigen Zeitpunkt schwierig ist zu wissen, in welchem Bereich die meisten Anfragen anfallen werden", so das Büro. Bei Inkrafttreten des neuen Gesetzes sollen mehrere digitale Portale bereit sein, auf denen die betrieblichen Datenschutzberater Meldungen einreichen können.

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