Es hapert noch mit OGD in der Schweiz

25. Oktober 2022 um 12:58
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Auf Opendata.swiss findet man beispielsweise die "Klimaeignungskarte für die Landwirtschaft – Kartoffeln."

Eine Befragung von Nutzern und Anbietern von Open Government Data deckt eine ganze Reihe von Problemen auf.

Das Bundesamt für Statistik (BfS) hat im Sommer 2022 eine Umfrage bei Anbietern und Nutzern von Open Government Data (OGD) durchgeführt, um nach deren Bedürfnissen und Erwartungen zu fragen. Gemäss den nun vom BfS veröffentlichten Ergebnissen nahmen 437 Personen daran teil. Die Ergebnisse der Umfrage, so das BfS, sollen als Basis für die Erarbeitung einer neuen OGD-Strategie verwendet werden, welche auf die aktuelle OGD-Strategie 2019–2023 folgen soll.
Die OGD-Strategie ist für die zentrale Bundesverwaltung verbindlich. Nicht verbindlich ist sie für Gemeinde- und Kantonsverwaltungen, die dezentrale Bundesverwaltung und staatsnahe Betriebe.
Der Bundesrat hat die OGD-Strategie 2019–2023 im Jahr 2018 veröffentlicht. Sie sieht vor, dass von Behörden gesammelte, nicht sensible Daten nach dem Prinzip "Open by Default" der Allgemeinheit via das zentrale Portal Opendata.swiss zur Verfügung gestellt werden. Die Daten sollen frei und kostenlos zugänglich sein sowie standardisiert und in einer maschinenlesbaren Form publiziert werden.
Diese Strategie hat 3 Hauptziele: die Förderung der Datenpublikation durch die OGD-Anbietenden, die Förderung einer möglichst breiten OGD-Nutzung und die Förderung des Dialogs und der Zusammenarbeit zwischen den Zielgruppen. Diese können unter anderem Wissenschaftler, Datenjournalisten, Softwareentwickler und natürlich auch Mitarbeitende der Schweizer Verwaltungen sein.
In einer Zusammenfassung listet das BfS die seiner Meinung nach wichtigsten Ergebnisse der nun durchgeführten Umfrage auf. Die meisten davon zeigen noch vorhandene Defizite bei der Umsetzung der Vorgaben.

Viele Kritikpunkte

Erforderliche Verwaltungsdaten sind nur teilweise als OGD verfügbar, sagen die Befragten. Sie fordern insbesondere mehr Daten zu Politik und politischer Transparenz, zu Bevölkerung und Gesellschaft, Gesundheit, Unternehmen und Mobilität. Spezifisch wurden Grundbuchdaten, das Eidgenössische Gebäude- und Wohnungsregister (GWR) und Parlamentsdaten am häufigsten genannt.
Moniert wurde unter anderem eine fehlende OGD-Kultur, sowie mangelhafte entsprechende Governance und Kompetenz bei Verwaltungen. Auch fehlende gemeinsame Standards würden die Veröffentlichung von OGD behindern. Dazu passt, dass 70% der befragten Verwaltungsangestellten sagen, dass im Rahmen der Data-Governance ihrer Organisation der Grundsatz "Open by Default" noch nicht berücksichtigt wird. Teilweise sei der Grundsatz sogar nicht einmal bekannt.
Vorhandene OGD sind aus Sicht der Befragten selten interoperabel, oft nicht mit einem Klick oder als Massenabfrage verfügbar und zudem nicht oft mit anderen Daten verknüpft. Vom Portal Opendata.swiss wünschen sie sich vor allem eine Verbesserung der Such- und der Vorschaufunktion, der Beschreibung der Daten und Metadaten sowie ein bedarfsgerechtes Angebot an Datensätzen oder eine Möglichkeit, Kommentare abzugeben.

Aber nicht alles ist schlecht

Die Umfrage hatte aber auch positive Ergebnisse. So hat über die Hälfte der Befragten in den letzten 12 Monaten mindestens einmal Opendata.swiss benutzt, von den verwaltungsexternen Befragten waren es sogar fast 60%. Die User wissen also, dass Opendata.swiss das nationale Portal für OGD ist, und sie nehmen an, dass die von ihnen gesuchten Daten dort zu finden sein könnten.
Die von ihnen in den letzten 12 Monaten genutzten Daten sind zudem aus Sicht der Befragten oft leicht auffindbar und aktuell und eine Kontaktperson oder -stelle zu den jeweiligen Datensätzen wird angegeben.
Um die Nutzung von OGD zu fördern, schlagen die Befragten vor allem mehr Werkzeuge und Richtlinien für die Erstellung, Nutzung, Verbreitung und den Austausch von Daten vor. Zudem werden mehr (externe) Kommunikation, Aus- und Weiterbildungen, Workshops, Infoveranstaltungen sowie rechtliche und politische Massnahmen verlangt. Informelle Netzwerktreffen könnten zudem den Austausch zwischen Nutzenden und Anbietenden von OGD fördern.


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