EU-Cyberagentur will ein Gütesiegel für EU-basierte Clouds

12. Mai 2023 um 14:14
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Die EU-Agentur ENISA entwickelt ein Zertifizierungssystem, für lokale Cloud-Anbieter. AWS, Microsoft, Google & Co. müssten ein Joint Venture mit europäischen Providern eingehen.

Die EU-Agentur für Cybersicherheit ENISA arbeitet derzeit Berichten zufolge an einem Zertifizierungssystem für IT-Security. Dieses habe zum Ziel, die Daten von Regierungen der EU-Mitglieder sowie lokalen Unternehmen besser zu schützen, heisst es bei 'Reuters'.
Dem Bericht zufolge sieht der ENISA-Vorschlag auch Gütesiegel für Cloud-Provider vor. Dieses soll für die Cybersicherheit von Cloud-Diensten bürgen. Wenn aussereuropäische Anbieter ein solches wollen, müssen sie ein Joint-Venture mit einem in der EU ansässigen Provider eingehen. Amazon, Microsoft, Google und Co. dürfen dabei nur eine Minderheitsbeteiligung halten.
Denn der Mehrheitseigner dieser Joint Ventures müsse seine Services aus der EU anbieten, sämtliche Kundendaten müssten in der EU gespeichert und verarbeitet werden, schreibt die Nachrichtenagentur mit Berufung auf die ENISA-Dokumente. Auch alle Mitarbeitenden, die Zugang zu EU-Daten haben, müssen ihren Wohnsitz in einem der 27 Mitgliedsstaaten haben und sich einer speziellen Prüfung unterziehen.
"Unternehmen, die ihren eingetragenen Sitz nicht in einem EU-Land haben, dürfen weder direkt noch indirekt, (...) Kontrolle über den Cloud Service Provider ausüben, der die Zertifizierung eines Cloud-Dienstes beantragt", zitiert 'Reuters' aus den ENISA-Dokumenten.
Der europäische Cloud-Infrastruktur-Markt wird derzeit von US-Anbietern dominiert. Die US-Handelskammer hat dem Bericht zufolge bereits kritisiert, dass der ENISA-Plan amerikanische Unternehmen ungleich behandle. Die EU sagt, die Massnahmen seien notwendig, um die Datenrechte und die Privatsphäre in der EU zu schützen.

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