EU will den Microsoft-OpenAI-Deal wohl doch nicht untersuchen

18. April 2024 um 09:28
image
Foto: Christian Lue / Unsplash

Die grosse Investition von Microsoft in den KI-Entwickler könnte einer formalen EU-Prüfung entkommen, heisst es in einem Bericht.

Microsoft hat sehr viel Geld in das KI-Startup OpenAI gesteckt. Dies hat die EU-Kommission dazu veranlasst, zu überprüfen, ob das Investment im Rahmen der EU-Fusionskontrollverordnung untersuchungswürdig ist. Offenbar ist das nicht der Fall. Wie 'Reuters' berichtet, sei die EU-Kartellbehörde zum Schluss gekommen, dass es sich bei der 13-Milliarden-Dollar-Investition nicht um eine Übernahme handelte. Somit werde es wohl nicht zu einer formalen Untersuchung kommen, heisst es von der Nachrichtenagentur mit Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Neue Märkte sollen wettbewerbsfähig bleiben

Welche Bedeutung der ChatGPT-Hersteller für Microsoft hat, wurde deutlich, als im November CEO Sam Altman vom OpenAI-Vorstand entlassen wurde. Dieser hätte, wäre er nicht zum KI-Unternehmen zurückgekehrt, eine neue Rolle bei Microsoft erhalten.
Ende letzten Jahres wurde zudem bekannt, dass sich die britische Wettbewerbsbehörde (CMA) ebenfalls für die Partnerschaft von Microsoft mit OpenAI interessiert. Wenige Wochen später hiess es zudem, dass auch in den USA Gespräche über eine mögliche Prüfung der Partnerschaft zwischen Microsoft und OpenAI laufen.
Der Markt für KI werde stark wachsen, hiess es von der EU-Kommission im Januar, als sie bekannt gab, Gespräche aufnehmen zu wollen. "Es ist von grundlegender Bedeutung, dass diese neuen Märkte wettbewerbsfähig bleiben und dass dem Wachstum der Unternehmen und der Bereitstellung der besten und innovativsten Produkte für die Verbraucher nichts im Wege steht", sagte die für Wettbewerbspolitik zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager.

Noch nicht über den Berg

Wie aus dem 'Reuters'-Bericht weiter hervorgeht, ist die Sache für die EU damit aber nicht erledigt. Denn noch laufen Überprüfungen der Partnerschaften zwischen grossen Tech-Unternehmen und den Entwicklern generativer KI. Dies könnte zu langwierigen Untersuchungen zu deren Marktmacht führen, schreibt 'Reuters'.
Microsoft wollte sich nicht zum Bericht äussern. Ein EU-Sprecher erklärte gegenüber 'Reuters': "Die Kommission hat die Situation der Kontrolle über OpenAI vor den jüngsten Ereignissen, an denen das Management beteiligt war, sehr genau verfolgt."

Loading

Mehr erfahren

Mehr zum Thema

image

Neue Direktorin für Förderagentur Innosuisse gewählt

Dominique Gruhl-Bégin wird im August ihre neue Position bei der Förderagentur übernehmen. Die bisherige Direktorin Annalise Eggimann tritt aus Altersgründen zurück.

publiziert am 15.5.2024
image

Google: KI-Suche und eine Antwort auf ChatGPT-4o

Die mit KI angereicherte Suche wirft ernste Fragen für Site-Betreiber auf. Google kündigte auch viele weitere KI-Neuerungen an.

publiziert am 15.5.2024
image

Machen xAI und Oracle bei KI gemeinsame Sache?

Gerüchten zufolge will das KI-Startup von Elon Musk GPU-Server bei Oracle mieten. Dafür sollen 10 Milliarden Dollar fliessen.

publiziert am 15.5.2024
image

AWS und Microsoft investieren Milliarden in Europa

Es fliessen viele Big-Tech-Milliarden nach Deutschland und Frankreich. Auch die Schweiz geht nicht leer aus.

publiziert am 15.5.2024