Digital vernetzte Geräte wie etwa private Überwachungskameras oder smarte Kühlschränke sollen nach dem Willen der EU-Länder künftig besser vor Cyberangriffen geschützt werden. Die Länder einigten sich diese Woche in Brüssel auf eine Verhandlungsposition zu neuen Regeln für Produkte mit digitalen Elementen.
Hersteller sollen demnach künftig stärker für die Cybersicherheit ihrer Produkte sorgen und zu bestimmten Standards verpflichtet werden. Sie müssen Konsumenten darüber hinaus über die Cybersicherheit ihrer Produkte informieren, hiess es.
Die Idee geht auf einen Vorschlag der EU-Kommission
aus dem vergangenen Herbst zurück. EU-Staaten und das Europaparlament müssen die genaue Ausgestaltung der neuen Regeln noch aushandeln, bevor sie in Kraft treten können. Änderungen an dem Vorhaben sind noch möglich.
"Computer, Handys, Haushaltsgeräte, virtuelle Hilfsgeräte, Autos, Spielzeug usw. – alle diese hunderte Millionen von vernetzten Produkten sind eine potenzielle Schwachstelle, über die Cyberangriffe erfolgen können", sagte EU-Kommissar Thierry Breton damals. "Für die meisten Hardware- und Softwareprodukte gelten jedoch heute noch keine Cybersicherheitsanforderungen." Mit der Einführung des Konzepts der "integrierten Cybersicherheit" trägt das Gesetz dazu bei, die Wirtschaft in Europa zu schützen und die Sicherheit aller zu gewährleisten.
Nach der Verabschiedung haben Unternehmen in der EU 2Jahre Zeit, sich anzupassen. Die Meldepflicht für Schwachstellen und Vorfälle soll jedoch bereits nach einem Jahr gelten. Wer sich nicht daran hält, wird zu einer Geldbusse verdonnert: Bis zu 15 Millionen Euro oder 2,5% des weltweiten Jahresumsatzes im vorangegangenen Geschäftsjahr würden auf dem Spiel stehen, berichtete 'The Register'. Das Cyberresilienzgesetz dürfte laut der EU-Kommission "auch international Massstäbe setzen".
(mit Material von Keystone-sda)