"Euclid" soll die Entstehung des Universums erforschen

21. Februar 2023 um 16:00
  • technologien
  • ESA
  • f&e
  • FHNW
  • hochschule
  • bildung
  • international
image
Foto: Casey Horner / Unsplash

Mit an Bord ist auch Software-Infrastruktur der FHNW und ein Messgerät, das in der Schweiz entwickelt wurde. Im Juli soll die Reise starten.

Das Weltraumteleskop "Euclid" durchläuft derzeit letzte Tests, bevor es seine Reise ins All startet. Dort soll das Forschungsgerät Antworten auf die offenen Fragen über die Entstehung des Universums finden. "Das Teleskop wird eine riesige Karte der grossräumigen Strukturen im Universum erstellen, die etwa ein Drittel des Himmels erfasst", heisst es in einer Mitteilung der europäischen Raumfahrtagentur ESA.
"Euclid" werde erforschen, wie sich das Universum ausgedehnt hat und wie sich Strukturen in der Geschichte des Weltalls gebildet haben, erklärte die Weltraumbehörde. Dazu werde das Teleskop Milliarden von Galaxien beobachten. Die ESA erhofft sich dabei insbesondere auch neue Erkenntnisse über dunkle Materie im Universum.

Schweizer Beteiligungen

An der Weltraum-Mission sind auch zahlreiche Schweizer Forschungsinstitute massgeblich beteiligt. Dazu gehören die EPFL, die Universität Genf, die Universität Zürich und die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW). So wurden etwa Teile des Messgeräts "Visible Instrument" in der Schweiz entwickelt.
In Sachen Software sind ebenfalls Schweizer Institutionen beteiligt: Die FHNW steuert die Software-Infrastruktur bei, die für eine effiziente und robuste Verarbeitung von riesigen Datenmengen in weit verteilten Datenverarbeitungszentren benötigt wird. Die Abläufe seien dabei sehr komplex, hiess es von der Hochschule auf Anfrage der Nachrichtenagentur 'Keystone-SDA'.
Es werden hunderttausende von Bildern und Dutzende Petabytes an Daten entstehen. Diese müssen dann für spezifische Aufgaben in verschiedenen Datencenter in 10 unterschiedlichen Ländern verarbeitet werden.

Start in den USA

Das Teleskop hätte ursprünglich von einer russischen Sojus-Rakete ins All befördert werden sollen. Russland hatte die Zusammenarbeit mit der ESA aber als Reaktion auf EU-Sanktionen wegen des Ukraine-Krieges ausgesetzt. Stattdessen soll "Euclid" nun im Juli mit einer Falcon-9-Rakete des privaten US-Raumfahrtunternehmens SpaceX ins All gebracht werden.
Von Cannes aus wird die Euclid-Sonde auf dem Landweg mit einem Sondertransport zum Hafen von Savona in Italien gebracht, wo sie im April eingeschifft wird und auf diesem Weg die USA mit Ziel Cape Canaveral erreicht. Im April wird dann das genaue Datum des für Juli geplanten Starts bekannt gegeben.

Loading

Kommentare

Anmeldung wird geprüft …

Mehr zum Thema

image

Zeitersparnis durch KI in der Softwareentwicklung sinkt

Die Softwareentwicklung wandelt sich durch den Einsatz von KI. Programmiererinnen und Programmierer werden allerdings nicht automatisch schneller, so eine Studie.

publiziert am 21.10.2026
image

Grossausfall bei Google Cloud

Eine Störung der Zone "Europe-West2" in Grossbritannien hatte Auswirkungen in Europa. Betroffen waren in der Schweiz vor allem Bankkunden.

publiziert am 20.10.2026
image

Cern und Mistral entwickeln Physik-KI

Zusammen mit Mistral will das Forschungszentrum ein KI-Modell für die Teilchenphysik bauen. Trainiert werden soll es mit Milliarden simulierter Kollisionen.

publiziert am 19.10.2026
image

Europas Mobilfunk soll künftig auch aus dem All kommen

Vier grosse europäische Telekomkonzerne wollen Frequenzen für mobile Satellitendienste erwerben, um Gebiete ohne Handyempfang zu versorgen.

publiziert am 19.10.2026