Experten warnen Schweiz vor KI-Überregulierung

19. November 2024 um 14:31
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Foto: Schweizerisches Bundesgericht

Die Schweiz muss ihren Weg finden zwischen der starken Regulierung von KI in der EU und der laxen Gesetzgebung in den Vereinigten Staaten.

Künstliche Intelligenz (KI) bietet enorme Chancen für die Schweizer Wirtschaft – mit einem Potenzial von etwa 28 Milliarden Franken zusätzlicher Wertschöpfung in den nächsten zehn Jahren, heisst es in einer Analyse der Branchenverbände Economiesuisse und Swico sowie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC Schweiz. Die Schweiz stehe allerdings in einem globalen Wettbewerb. Während internationale Investitionen in KI stetig steigen, habe die Schweiz noch die Chance, sich als eine der führenden Nationen in Europa zu etablieren.
Die Wirtschaftsvertreter haben die Auswirkungen eines verstärkten KI-Einsatzes auf 20 Branchen untersucht. Die grössten positiven Effekte sehen sie im verarbeitenden Gewerbe, zu dem auch Pharma und Life Science gehören. Weiter können Finanzdienstleistungen sowie Handel und Unterhalt von Kraftfahrzeugen von KI stark profitieren. Die Wertschöpfung hingegen werde in den Sparten Information und Kommunikation sowie Finanzdienstleistungen am stärksten steigen (beide mindestens +6%), heisst es weiter.

Drei Szenarien für KI-Regulierung

Um das Potenzial von KI zu realisieren, sei die adäquate Regulierung einer der zentralen Erfolgsfaktoren, so die Analyse. Denn die Gesetzgebung beeinflusse, ob Entwicklung und Innovation möglich sind oder von vornherein verhindert werden. "Mit KI kann das Land seine Innovationskraft stärken und auf den globalen Märkten wettbewerbsfähig bleiben", führt Philipp Rosenauer, Partner bei PWC Schweiz, aus.
Er und seine Kollegen skizzieren drei Regulierungsszenarien: Bei regulatorischem Stillstand (weiter wie bisher) und dem Szenario "Zäsur" (Schaffung eines komplett neuen Schweizer Rechtsrahmens für KI) überwiegen die Risiken. Damit seien positive Wertschöpfungseffekte gefährdet. Im Szenario "Evolution" (punktuelle Anpassung des bestehenden Rechtsrahmens) lägen hingegen die grössten Chancen.
Die Experten raten, dass die Schweiz einen ausgewogenen Weg gehen sollte. Dabei mahnen sie zur Eile. Die Schweiz sollte jetzt aktiv werden, um den Anschluss nicht zu verpassen. Die gezielte Förderung von KI sichere nicht nur den Wirtschaftsstandort Schweiz, sondern schaffe auch neue Berufsfelder und Arbeitsplätze, so die Studienautoren.

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