Exxas-Gründer Stefan Dettwiler bei einem Partnerevent.
Die Schweizer CRM- und ERP-Plattform Exxas hat die Marke von 10'000 Benutzern überschritten und baut ihr Partnernetzwerk aus. Trotz Marktkonsolidierung bleibt Exxas eigenständig und setzt auf regionale Partner. Gründer Stefan Dettwiler erklärt, weshalb er das Wachstum nicht allein stemmen will.
Stefan Dettwiler, heute sprechen wir über eine Plattform mit über 10'000 Nutzern. 2009 waren Sie 21 Jahre alt und hatten gerade gegründet. Was hat Sie damals im Alltag am meisten beschäftigt?
Ich war 21 Jahre alt. Mein Cousin Pascal Jenni und ich hatten gerade unser IT-Service-Unternehmen gegründet. Ehrlich gesagt haben wir damals nicht über ERP- oder CRM-Systeme nachgedacht. Wir haben versucht, unseren Laden am Laufen zu halten.
Tagsüber waren wir bei Kunden unterwegs. Abends schrieben wir Offerten, Rechnungen und erledigten alles, was sonst noch anfiel. Am Anfang funktioniert vieles erstaunlich gut. Man kennt jeden Kunden persönlich, weiss, wer Ferien hat, und hat die wichtigsten Informationen irgendwo im Kopf, in einer Excel-Liste oder auf einem Notizzettel.
Doch dann kam der erste Mitarbeitende. Plötzlich stellten sich Fragen, die wir vorher nie hatten. Wie erfassen wir Arbeitszeiten? Wo verwalten wir Ferien? Wie verrechnen wir Leistungen korrekt? Wie bereiten wir die Lohnabrechnung vor?
Und wir merkten schnell: Für fast jeden Prozess hatten wir ein anderes Tool.
Wann haben Sie gemerkt, dass das Problem nicht nur Sie selbst betrifft, sondern viele andere KMU?
Nicht von heute auf morgen. Es war eher diese ständige Frustration im Alltag. Morgens öffneten wir mehrere Programme. Die Kunden waren in einem System, die Projekte im anderen, die Arbeitszeiten irgendwo anders und die Rechnungen wieder an einem vierten Ort. Irgendwann fragten wir uns: Warum ist das eigentlich so kompliziert?
Als wir mit anderen Unternehmern sprachen, merkten wir schnell, dass viele genau dieselben Herausforderungen hatten. Die meisten hatten sich irgendwie arrangiert. Aber wirklich zufrieden war kaum jemand.
Es gab damals bereits ERP- und CRM-Lösungen am Markt. Warum haben diese für Sie nicht funktioniert?
Viele Lösungen waren entweder sehr gross, sehr teuer oder auf die Bedürfnisse deutlich grösserer Unternehmen ausgerichtet. Auf der anderen Seite gab es zahlreiche Einzellösungen, die zwar einzelne Aufgaben gut erledigten, aber nicht miteinander kommunizierten.
Wir wollten Unternehmer sein und nicht Daten zwischen verschiedenen Programmen hin- und herschieben. Also begannen wir, die Lösung zu entwickeln, die wir selbst gerne gekauft hätten. Wir wollten alles an einem Ort haben: Kundenmanagement, Auftragsbearbeitung, Ticketsystem, Projektmanagement, Zeiterfassung, Abo- und Anlagenverwaltung, Dokumentenmanagement, Buchhaltung und Lohnwesen. Heute klingt das schon selbstverständlicher. 2009 war es das noch gar nicht.
Seit über 15 Jahren investiert Exxas viel in die Weiterentwicklung, den Ausbau und den Betrieb der Business Plattform.
Viele bekannte Schweizer Anbieter wurden in den vergangenen Jahren verkauft oder Teil internationaler Gruppen. Was bedeutet diese Entwicklung aus Ihrer Sicht für Schweizer KMU?
Der Markt ist deutlich internationaler geworden. Das ist nicht per se schlecht. Internationale Anbieter bringen oft viel Know-how und grosse Entwicklungsteams mit. Was wir aber immer wieder hören: Der Ansprechpartner wechselt, Entscheide dauern länger, und der Support sitzt irgendwo. Für einen Betrieb mit einer Handvoll Mitarbeitenden ist das mühsam. Die wollen jemanden erreichen, der weiss, wie ihr Alltag aussieht.
Warum entscheiden sich Unternehmen heute für Exxas, obwohl der Markt von grossen internationalen Anbietern geprägt wird?
Weil Exxas ein sehr umfassendes und trotzdem überschaubares Betriebssystem für ein Unternehmen ist. Es beinhaltet alle wichtigen Funktionen für ein KMU in einer einzigen Software – im Webbrowser und auch in der App für iOS und Android. Ich glaube aber auch, weil viele KMU ähnlich ticken wie wir. Die Schweiz ist ein KMU-Land. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer entscheiden pragmatisch. Sie wollen keine monatelangen Projekte, sondern Lösungen, die funktionieren. Ein KMU-Geschäftsführer muss nicht fünf Hierarchiestufen überzeugen. Er entscheidet, probiert aus, passt an. Diese Dynamik gefällt uns. Deshalb bauen wir Exxas für Betriebe, in denen der Chef noch selbst am Tisch sitzt, wenn entschieden wird. Fertig sind wir damit nie. Automatisierung und KI verschieben die Anforderungen laufend.
Viele Softwareunternehmen versuchen möglichst viel selbst zu kontrollieren. Warum setzen Sie bewusst auf Partner?
Weil wir es allein nicht schaffen. Bisher sind wir vor allem über den Direktvertrieb gewachsen. Je mehr Kunden dazukommen, desto weniger lässt sich alles von einem Standort aus betreuen. Ein Partner in Sion weiss besser als wir, wie ein Betrieb im Wallis arbeitet. Das können wir zentral nicht nachbauen.
Sie haben bereits etablierte Partner an Ihrer Seite. Was zeichnet diese aus?
Mit rund 12 Partnern arbeiten wir teilweise schon seit Jahren zusammen.
Besonders in der Romandie spielt Intus Data eine wichtige Rolle. Die Romandie ist ein Markt, in dem persönliche Beziehungen eine grosse Rolle spielen. Unternehmen möchten ihren Ansprechpartner kennen und Vertrauen aufbauen können.
Timothée Hostettler und sein Team sind in der Region gut vernetzt. Sie kennen Firmen, von denen wir gar nicht wissen, dass es sie gibt. Und sie sagen uns, wenn an der Software etwas für den welschen Markt nicht passt. Diesen Feedback-Kanal hätten wir sonst nicht.
Warum sollte sich ein IT-Dienstleister, Treuhänder oder eine Agentur überhaupt mit ERP und CRM beschäftigen?
Viele begleiten ihre Kunden bereits heute bei Digitalisierung, IT-Infrastruktur, Cloud-Lösungen oder administrativen Prozessen. Für sie kann CRM und ERP eine logische Erweiterung ihres Angebots sein. Daraus entstehen wiederkehrende Umsätze und Kundenbindung: Aboeinnahmen, Einführungsdienstleistungen, Schulung, Support. Das allein trägt eine Partnerschaft aber nicht.
Exxas gibt es auch als App für iOS und Android.
Viele Anbieter sprechen von wiederkehrenden Umsätzen. Sie sprechen von Vertrauen. Weshalb?
Weil ein Kunde eher ein neues System einführt, wenn ihm jemand dazu rät, den er seit Jahren kennt. Diese Beziehung bringen unsere Partner mit. Wir bringen bloss die Software. Die eigentliche Arbeit steckt in der Einführung, in der Schulung, in den Anpassungen.
Welche Art von Partner passt zu Exxas – und welche eher nicht?
Wer bloss ein weiteres Produkt ins Regal stellen will, wird nicht lange Freude daran haben. Ein ERP verkauft man nicht nebenbei. Da muss sich jemand einarbeiten, mit dem Kunden durch die Einführung gehen und auch dann noch erreichbar sein, wenn es klemmt.
Wer das mag, passt zu uns.
Wenn Sie heute auf die letzten 17 Jahre zurückblicken: Warum ist jetzt der richtige Zeitpunkt, das Partnernetzwerk auszubauen?
Weil die Nachfrage da ist und wir sie allein nicht mehr bedienen können. Das ist der ehrlichste Grund. Bis Ende 2027 wollen wir 10 weitere Partner an Bord haben. Ob das gelingt, wissen wir in zwei Jahren.
Das Interview wurde mit dem unabhängigen Journalisten Stephan Lendi geführt.
Als Vertriebspartner arbeiten wir eng zusammen, um unsere Kunden mit Exxas zu begeistern. Bieten Sie den gesamten Lösungsumfang von Exxas Ihren Kunden. Mit den attraktiven und wiederkehrenden Provisionen können Sie sich ein nachhaltiges Geschäft aufbauen.
Seit 2009 unterstützt die Exxas AG mit Sitz in Schlieren (ZH) kleine und mittlere Unternehmen dabei, ihr Wachstum zu beschleunigen und ihre Organisation hochmodern zu orchestrieren. Auf der ganzheitlichen Business Plattform vereint Exxas modernste Technologien, Automationen und Prozesswissen. Damit hilft Exxas KMU spürbar bei ihrer Entwicklung und macht sie gleichzeitig bedeutend resilienter. Mit der fortschrittlichsten Infrastruktur und den besten Experten sorgt Exxas für einen reibungslosen Betrieb, der seit der Gründung Massstäbe setzt.