Das Zürcher Legaltech-Unternehmen Deepjudge hat in einer überzeichneten Seed-Finanzierungsrunde 9,5 Millionen Franken (10,7 Millionen US-Dollar) eingenommen. Das Startup wurde von den KI-Forschenden und ehemaligen Google-Angestellten Paulina Grnarova, Yannic Kilcher und Kevin Roth gegründet. Das Jungunternehmen arbeitet an einer automatisierten Lösung, die interne Dokumente und Daten von Organisationen effizient aufspüren kann.
Mit dem Knowledge Search Tool sollen Unternehmen relevante Inhalte aus dem gesamten Betrieb möglichst einfach finden können. Daran angeschlossen werden etwa Dokumentenmanagementsysteme, das Microsoft-365-Ökosystem und weitere Tools. Gleichzeitig hat Deepjudge eine generative KI-Schnittstelle auf den Markt gebracht, die auf die Wissensbasis von Anwaltskanzleien und Rechtsabteilungen zugreifen kann.
Die Finanzierungsrunde stand gemäss Mitteilung unter der Leitung von Coatue, dazu hätten sich namhafte Angel-Investoren beteiligt. Mit dem eingenommenen Kapital will das Startup seine Expansion fortsetzen und das Team vergrössern. So will man eines Tages "die juristische Suche in Unternehmen transformieren und neue Geschäftsmodelle und Kundenservices erschliessen".
"Unsere Mission ist es, Juristen mit ihrem gesamten kollektiven Wissen auf intuitive Weise zu verbinden und dieses Wissen in einen starken Wettbewerbsvorteil zu verwandeln", sagt Paulina Grnarova, CEO von Deepjudge. "Die KI-gestützte Suche steigert nicht nur die Produktivität, sondern eröffnet Kanzleien und Rechtsabteilungen auch völlig neue Möglichkeiten, wie etwa das Erkennen von Risiken und Chancen im gesamten Mandantenstamm."
Nach ersten Erfolgen auf dem europäischen Markt hat Deepjudge mit der Expansion begonnen. Im Februar gab das Unternehmen bekannt, dass Tony Ensinger als Senior Vice President of Sales and Product Strategy zum Unternehmen gestossen ist. Ausserdem wurde Steve Obenski zum Interim Chief Strategy Officer berufen, um die Expansion in den USA voranzutreiben.