"Wir löschen Daten und Informationen aus dem Internet und garantieren das Recht auf Vergessenwerden", preist die Firma Eliminalia ihre Dienste an. Das Unternehmen gehört zu den wichtigsten Anbietern auf dem Markt, wenn es darum geht, Fotos, Videos, negative Kommentare oder Presseartikel gegen Bezahlung verschwinden zu lassen.
Was ist noch das Recht auf Vergessen, was schon kriminell?
Dabei beruft sich die Firma auf das "Recht auf Vergessenwerden", das jeder Mensch hat. Es geht darum, über die eigenen digitalen Spuren im Internet zu bestimmen und beispielsweise Jugendsünden löschen zu lassen. Aber allerdings gilt dieses Recht eigentlich nicht für Kriminelle, die ihre Vergangenheit reinwaschen wollen.
Und doch ist offenbar genau dies das Geschäftsmodell von Eliminalia, wie Recherchen des Investigativ-Netzwerks "
Forbidden Stories", an dem verschiedene Medienhäuser beteiligt sind, zeigen. Dokumente, die unter anderem das Westschweizer Fernsehen '
RTS' publizierte, zeigen, welche Kunden sich von Eliminalia helfen liessen. Von Geldwäschern, über Drogendealer, Waffenhändler, Betrüger, Folterer und Menschenhändler ist alles dabei.
"Firma ist digitaler Auftragskiller"
Anwalt Sébastien Fanti bestätigt gegenüber 'RTS', dass es Eliminalia nicht um das Recht auf Vergessenwerden geht: "Diese Firma verkauft ihre Dienstleistungen an Gauner. Sie verwischt journalistische Recherchen, sie löscht die Wahrheit. Diese Firma ist ein digitaler Auftragskiller."
Interessant ist dabei eine der Methoden, welche die Firma anwendet. Sie veröffentlicht auf gefälschten Websites den Beitrag, der eigentlich gelöscht werden soll, nochmals – allerdings unter anderem Autorennamen und einem früheren Publikationsdatum. So wird das eigentliche Original als Plagiat verunglimpft und dessen sofortige Löschung verlangt, wie das Recherche-Kollektiv schreibt.