Freiburger Milchhändler Cremo mit Ransomware attackiert

15. Juli 2022, 09:17
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Foto: Svetlana Gumerova / Unsplash

Der zweitgrösste Schweizer Milchverarbeiter bestätigt den Eingang einer Lösegeldforderung. Die Produktion sei vom Angriff aber nicht tangiert.

Cremo, mit Hauptsitz im freiburgischen Villars-sur-Glâne, wurde am vergangenen Wochenende Opfer eines Cyberangriff. Cremo ist gemäss 'Konsider.ch' der fünftgrösste Milchhändler und zweitgrösste Milchverarbeiter der Schweiz. Das Unternehmen beschäftigt über 800 Mitarbeitende in 5 Kantonen.
Gegenüber 'Keystone-ATS' bestätigte Cremo den Angriff, über den zuerst unter anderem 'La Liberté' und 'Arcinfo' berichtet hatten. Die Freiburger Kantonspolizei erklärte gegenüber 'Arcinfo': "Wir wurden am letzten Wochenende über einen Hack bei Cremo informiert. Wir stehen in Kontakt mit den Managern des Unternehmens, um sie bei ihren Bemühungen zu unterstützen. Eine Strafanzeige wurde eingereicht und die Ermittlungen dauern an."
"Daten wurden gestohlen und die Hacker forderten Lösegeld von uns", sagte Thomas Zwald, Generalsekretär von Cremo, zu 'Keystone-ATS'. Die Höhe des geforderten Lösegeldes wollte Zwald nicht nennen und auch nicht angeben, welche Art von Daten die Hacker erbeutet haben. Die Produktion und die Belieferung der Kunden hätten jedoch aufrechterhalten werden können.
Laut den Berichten waren die Systeme an mehreren Cremo-Standorten vom Ransomware-Angriff betroffen. E-Mails und der Zugriff auf Bestellungen oder Rechnungen seien nicht mehr verfügbar gewesen. Zur Dauer des Wiederherstellungsprozesses konnte sich der Cremo-Generalsekretär nicht äussern. "Wir haben Prioritäten gesetzt und verfolgen einen sequentiellen Ansatz." Da die alten E-Mail-Adressen nicht mehr verfügbar seien, habe die Gruppe neue erstellt, die sicher seien.

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