Genfer Kanzlei führt Untersuchung im Fall Xplain

23. August 2023 um 12:19
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Die Genfer Kanzlei Oberson Abels soll die kleinen und grossen Fische in der Bundesverwaltung fangen. Screenshot: Kanzlei Oberson Abels

Die Ergebnisse sollen bis März 2024 vorliegen. Die Kanzlei soll prüfen, was im Fall Xplain schiefgelaufen ist.

Nach dem Hackerangriff auf die Firma Xplain hat der Bundesrat den Untersuchungsauftrag vergeben. Als unabhängige Stelle wurde die Genfer Kanzlei Oberson Abels mit der Untersuchung beauftragt. Diese soll bis Ende März 2024 abgeschlossen sein.
Die Administrativuntersuchung soll aufzeigen, welche Umstände auf Seiten der Bundesverwaltung es ermöglichten, dass die Interlakner Firma Xplain in den Besitz der heiklen Daten kam, wie der Bundesrat mitteilte. Bisher ist unklar, wie das Softwareunternehmen an die Daten gelangen konnte. Zudem soll geprüft werden, welche Prozesse und Vorgaben in der Bundesverwaltung angepasst werden müssen, um künftig die Sicherheitsrisiken zu minimieren. Die Untersuchung erstreckt sich auf alle Departemente und die Bundeskanzlei.

Qualifikation der Kanzlei unklar

Nicht zuletzt soll die Genfer Kanzlei untersuchen, ob die Bundesverwaltung ihre Pflichten bei der Überwachung von Xplain wahrgenommen hat. Darüber hinaus soll sie Lösungsansätze und Empfehlungen zur Reduktion der Sicherheitsrisiken erarbeiten.
Das Eidgenössische Finanzdepartement wurde vom Bundesrat beauftragt, die Kanzlei "bei der Administrativuntersuchung als Koordinationsstelle zu begleiten", schreibt der Bundesrat. In der Kerngruppe mit dabei sind ausserdem das Militärdepartement, das Justiz- und Polizeidepartement sowie die Bundeskanzlei.
Was die Kanzlei Oberson Absels dazu qualifiziert, die Untersuchung zu führen, sagte der Bundesrat nicht. Zu begrüssen ist indes, dass sich die Regierung für eine unabhängige Stelle entschieden hat.

Angriff im Mai bekannt

Der Ransomware-Angriff auf den IT-Dienstleister Xplain war am 23. Mai bekannt geworden. Die Hacker hatten eine Schwachstelle auf den Servern des Interlakener Unternehmens mit Ransomware angegriffen und dort Daten der Bundesverwaltung gestohlen. Darunter befanden sich auch klassifizierte Informationen sowie besonders schützenswerte Personendaten aus der Bundesverwaltung.
Weil sie kein Lösegeld erhielten, veröffentlichten die Hacker Daten bis zum 14. Juni im Darknet. Ende Juni verabschiedete der Bundesrat das Mandat für einen Krisenstab namens "Datenabfluss", der die Arbeiten nach dem Angriff koordinieren soll.
(Mit Material von Keystone-sda)

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