Geschätzter Schaden der Crowdstrike-Panne geht in die Milliarden

25. Juli 2024 um 10:43
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Illustration: Erstellt durch inside-it.ch mit Midjourney

Auf 15 Milliarden Dollar schätzt ein Versicherer den globalen finanziellen Schaden der IT-Panne. In einem Incident-Report gelobt Crowdstrike Besserung.

Die IT-Panne, die vor einer knappen Woche bei Firmen weltweit zum gefürchteten "Blue Screen of Death" geführt hat, verursacht Milliardenschäden. Der Versicherer Parametrix beziffert den Schaden für Unternehmen auf 15 Milliarden Dollar. Allein bei den amerikanischen Fortune-500-Firmen – Microsoft ausgenommen – sollen Kosten von 5,4 Milliarden Dollar anfallen.
Unternehmen im Bank- und Gesundheitswesen sowie Fluggesellschaften habe es am härtesten getroffen, sagt Parametrix-CEO Jonathan Hatzor gegenüber 'Reuters'. Der Finanzchef von Air France KLM rechnet mit einem Verlust von 10 Millionen Euro. Der Ausfall sei wahrscheinlich das "grösste Akkumulationsereignis, das wir je in der Cyberversicherung gesehen haben", so Hatzor. Die versicherten Schäden könnten sich weltweit auf etwa 1,5 bis 3 Milliarden Dollar belaufen.

Crowdstrike publiziert Report

Crowdstrike hat sich wiederholt für das Tech-Debakel entschuldigt. Der texanische Security-Anbieter veröffentlichte am 24. Juli einen ersten Bericht, der aufzeigt, was bei dem Update schiefgelaufen ist.
Verursacht wurden die Probleme durch eine Art Mini-Update, das Crowdstrike für seine Falcon-Plattform bereitstellte. Dabei ging es um eine Datei, die Crowdstrike "Rapid Response Content" nennt. Diese Dateiinhalte werden schnell und häufig aktualisiert, um auf neue Bedrohungen reagieren zu können, ohne dass vollständige Updates erforderlich sind. Diese Art des vereinfachten Aktualisierungsprozesses bringt aber offensichtlich Risiken mit sich. Denn die fehlerhafte Datei wurde fälschlicherweise vom Content Validator freigegeben. Während andere Updates laut Unternehmen ausgiebig getestet und gestaffelt ausgerollt werden, unterlag diese Art von Update offenbar nicht demselben Prozess.
Man werde Software vor der Publikation künftig vermehrt testen und Updates schrittweise ausrollen, schreibt die Firma im Report. In den kommenden Wochen will der Softwareanbieter einen ausführlichen Bericht veröffentlichen.

Essensgutscheine für Überstunden-Geplagte

Laut eigenen Angaben zählt Crowdstrike gut 500 der Fortune-1000-Unternehmen zu seinen Kunden. Hierzulande verursachte die Panne Probleme am Flughafen Zürich und bei der Flugsicherung Skyguide. Auch einige Elektrizitätswerke haben die Software im Einsatz, was sich aber nicht auf die Infrastruktur und die Versorgungssicherheit auswirkte, wie beispielsweise Axpo und CKW meldeten. Anderswo beeinträchtigte die Störung aber auch Gesundheitseinrichtungen.
Manche Unternehmen haben grosse Schwierigkeiten, sich von dem Ausfall zu erholen – darunter die Fluggesellschaft Delta Air Lines, die auch Tage später noch Flüge absagen und umplanen muss.
Nicht in die Schätzung von Parametrix fliessen wohl die 10-Dollar-Gutscheine ein, die Crowdstrike laut Medienberichten als Entschuldigung verschickt. Um die "zusätzliche Arbeit" anzuerkennen, erhielten Partner der Firma Uber-Eats-Gutscheine zugeschickt, bestätigt das Unternehmen gegenüber 'Techcrunch'.
Offenbar lief aber auch das nicht reibungslos ab. Beim Versuch, die Gutscheine einzulösen, erschienen Fehlermeldungen. "Wir haben diese an unsere Mitarbeiter und Partner geschickt, die den Kunden in dieser Situation geholfen haben. Uber hat sie aufgrund der hohen Nutzungsraten als Betrug eingestuft", so ein Crowdstrike-Sprecher zum Tech-Magazin.

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