Laut einer Mitteilung von Interpol hat eine im vergangenen Juli gestartete, international koordinierte Polizeioperation nach langer Vorarbeit zu einer grossen Welle von Razzien geführt. In deren Rahmen seien 94 Verdächtige verhaftet worden. Gegen 110 weitere werde noch ermittelt.
Zudem habe man im Rahmen der Operation "Synergia III" bisher rund 45'000 für böswillige Zwecke benützte IP-Adressen deaktiviert. Weiterhin seien 212 Server und andere elektronische Geräte konfisziert worden. Insgesamt haben laut Interpol Polizeibehörden von 72 Ländern aus Europa, Afrika, Südamerika und Asien mitgemacht. Auch Schweizer Behörden waren beteiligt.
Die Polizei von Macau (China) habe beispielsweise 33'000 für betrügerische Zwecke genutzte Websites deaktivieren können. Über diese Sites seien insbesondere Phishing-Angriffe geführt worden, unter anderem gegen offizielle Banken, Regierungsservices und Payment Services.
In Togo wurden zehn Personen festgenommen, die verdächtigt werden, von einem Wohngebiet aus Betrügereien organisiert zu haben. Einige hätten sich auf Social-Engineering-Machenschaften wie Sextortion oder Liebesbetrug spezialisiert, andere auf eher technische Aktivitäten wie das Knacken von Social-Media-Konten.
In Bangladesch sind 40 Verdächtige aufgegriffen worden, denen die Beteiligung an vielen verschiedenen kriminellen Aktionen vorgeworfen werden, darunter Lohnbetrug und gefälschte Jobangebote, Identitätsdiebstahl sowie Kreditkartenbetrug.
Für die Operation habe Interpol eine Vielzahl von Daten analysiert, um daraus belastbare Vorwürfe ableiten und die Aktien der Polizeien vor Ort koordinieren zu können. Cybercrime sei gegenwärtig raffinierter und destruktiver als je zuvor, erklärt Interpol. Die grossangelegte Operation "Synergia III" sei aber ein schlagender Beweis dafür, dass man mittels internationaler Koordination auch viel dagegen tun könne.