Elon Musks KI-Firma xAI hat Interaktionen von Nutzenden mit dem Chatbot Grok auf Google veröffentlicht. Dies ohne das Wissen und ohne die Erlaubnis der Userinnen und User, wie Recherchen von 'Forbes' zeigen.
Passiert ist dies wegen einer Funktion, mit der Chatprotokolle mit anderen Personen geteilt werden können. Klicke ein Grok-Nutzer auf "Teilen" werde eine eindeutige URL erstellt, die via E-Mail, Messenger oder Social-Media verbreitet werden kann. Unbemerkt von den Nutzern werde diese URL jedoch auch Suchmaschinen wie Google, Bing und Duckduckgo zur Verfügung gestellt, sodass die Konversation für jeden im Internet auffindbar sei,
heisst es im Bericht.Gemäss dem US-Magazin zeigt eine Google-Suche nach Grok-Chats, dass die Suchmaschine über 370'000 Chat-Protokolle indexiert hat. Neben Inhalten, wie die Bitte zur Text- oder Tweet-Erstellung, würden sich darunter auch bedenkliche und sensible Inhalte befinden. In der Recherche seien sie auch auf Echtnamen, weitere persönliche Daten und ein Passwort gestossen, so der Bericht. Etwa seien Inhalte zu finden, die eindeutig gegen die Nutzungsbedingungen verstossen: Grok habe Anleitungen zur Herstellung illegaler Drogen oder zur Programmierung einer selbstausführenden Schadsoftware geliefert.
Ähnlicher Vorfall bei OpenAI
xAI ist nicht das einzige KI-Startup, das Nutzergespräche mit seinen Chatbots veröffentlicht hat. Anfang Monat herrschte Unruhe unter ChatGPT-Nutzern, die feststellten, dass ihre Gespräche in den Google-Suchergebnissen aufgetaucht waren. Das Unternehmen reagierte darauf und erklärte, die Indexierung sei "ein kurzlebiges Experiment" gewesen, zitiert 'Forbes' Dane Stuckey, CISO von OpenAI. Das Experiment werde eingestellt, da es "zu viele Möglichkeiten für Leute biete, versehentlich Dinge zu teilen, die sie nicht teilen wollten".
Auf die Anfrage von 'Forbes' hat sich xAI bislang nicht zur Sache geäussert. Unklar ist auch, wann das KI-Unternehmen mit der Indexierung von Grok-Konversationen begonnen hat.