Der Investor EQT Private Equity will den Linux-Anbieter ganz übernehmen und nach rund 2 Jahren wieder von der Börse nehmen. Hintergrund könnten schwache Finanzzahlen sein.
Im Mai 2021 wurden die Aktien von Suse erstmals an der Börse in Frankfurt gehandelt. Nun könnte die Firma schon bald von der Börse genommen werden. Der Hauptinvestor EQT Private Equity beabsichtigt laut einer Mitteilung die Anteile kleinerer Anleger zu kaufen.
EQT hält bereits 79,1% der Suse-Papiere. Der Investor bietet den restlichen Aktionären 16 Euro pro Anteil. Bevor dies bekannt wurde, lag der Aktienkurs bei 9,60 Euro. Somit bietet EQT einen Aufpreis von 67%.
Die Ankündigung verhalf den Papieren aber zu einem ordentlichen Sprung. Sie schnellten deutlich in die Höhe und liegen jetzt bei fast 16 Euro. Beim Börsendebüt wurden die Aktien noch für 30 Euro verkauft. Schon damals fiel die Bewertung niedriger aus, als zunächst gehofft worden ist.
Das Suse-Management unterstützt den Deal, wie der Mitteilung zu entnehmen ist. Die Dekotierung werde es dem Linux-Anbieter ermöglichen, sich auf die operativen Prioritäten und die Umsetzung der langfristigen Strategie zu fokussieren, heisst es.
Über den Börsenrückzug muss noch eine ausserordentliche Hauptversammlung entscheiden. Der Schritt benötigt keine behördlichen Genehmigungen und wird voraussichtlich im Oktober 2023 erfolgen.
Seit Anfang 2022 geht es mit den Suse-Papieren nach unten.
Begründet wird der Plan zum Delisting in der Mitteilung nicht. Grund könnten die schlechten Finanzergebnisse sein, spekulieren mehrere Medien. Nach einem Rekordhoch bei über 40 Euro Einde 2021 ist die Aktie in den vergangenen eineinhalb Jahren bis zum Rekordtief gefallen von etwas über 10 Euro gefallen. Suse hatte schliesslich auch sein Management weitgehend ausgetauscht. CEO Melissa Di Donato wurde durch Dirk-Peter van Leeuwen ersetzt.
Der Finanzinvestor gibt sich allerdings zufrieden mit der Leistung von Suse. "Beim Einstieg von EQT erwirtschaftete Suse einen operativen Gewinn von gut 100 Millionen Dollar, 2022 waren es gut 240 Millionen Dollar. Es ist also ein gutes Investment für uns", so EQT-Partner EQT-Partner Johannes Reichel zum 'Handelsblatt'.