Alessandro Curioni von IBM Research. Foto: inside-it.ch
Während einer Feierstunde blickten Alessandro Curioni und Jay Gambetta von IBM Research sowie ETH-Präsident Joël Mesot auf 70 Jahre Technologieforschung in Rüschlikon zurück.
Der Computerkonzern IBM betreibt seit 70 Jahren ein Forschungslabor vor den Toren Zürichs. Anlässlich einer Feierstunde blickte der heutige Direktor Alessandro Curioni gemeinsam mit Gästen aus aller Welt auf die Erfolge der Schweizer Einrichtung zurück.
Den Angaben Curionis zufolge prüfte IBM 1956 erstmals einen Forschungsstandort ausserhalb der USA. Neben der Schweiz wurden Grossbritannien und die Niederlande geprüft. Die Wahl sei schliesslich auf Zürich gefallen, unter anderem wegen der Nähe zu den lokalen Hochschulen. Der erste Direktor Ambros Speiser eröffnete noch im gleichen Jahr temporäre Laboratorien in Adliswil mit anfangs 77 Mitarbeitenden. 1963 sei der heutige Standort in Rüschlikon bezogen worden, berichtete Curioni. Er sei selbst seit rund 40 Jahren in dem Labor tätig, das heute über 400 Forschende zähle.
Jay Gambetta von IBM Research. Foto: inside-it.ch
Curions globaler Chef Jay Gambetta bezeichnete an dem Anlass das Zürcher Labor als einen der wichtigsten Standorte von IBM Research. Der Forschungsarm des Konzerns unterhält weltweit elf Laboratorien, die bis anhin für ihre Arbeiten mit sechs Nobelpreisen ausgezeichnet wurden. Zwei davon gingen an Wissenschaftler aus Zürich: Gerd Binnig und Heinrich Rohrer erhielten 1986 den Physik-Nobelpreis für die Erfindung des Rastertunnelmikroskops. Im Folgejahr wurden Georg Bednorz und Karl Alexander Müller für ihre Entdeckung der Hochtemperatursupraleitung mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet.
Nobelpreisträger füllen Hörsäle
In den 1980er-Jahren war Joël Mesot als Physikstudent an der ETH eingeschrieben, wie er an der Feierstunde sagte. Die Nobelpreise für die IBM-Forscher hätten das Lernen an der ETH in den Jahren bedeutend verändert. Bei den Vorlesungen der Preisträger waren die Hörsäle regelmässig überfüllt, berichtete der heutige Präsident der ETH Zürich.
ETH-Präsident Joël Mesot. Foto: inside-it.ch
Seit der Gründung Labors habe sich die Forschungsstandort Zürich massiv verändert, so Mesot. Vor 70 Jahren hätten die Banken, die ETH und IBM das Bild bestimmt. Heute seien alle internationalen Technologiekonzerne mit eigenen Forschungseinrichtungen in der Limmatstadt präsent. Als Gründe nannte der ETH-Präsident einerseits die weltweit anerkannten Hochschulen und andererseits das duale Bildungssystem der Schweiz, das Talent auch jenseits der universitären Ausbildung fördere.
Die nächsten Studierenden- und Forschergenerationen könnten künftig auch weiterhin von der Kooperation zwischen IBM Research und der ETH profitieren, sagte Mesot. Big Blue werde im Rahmen eines Offset-Abkommens einen IBM-Quantencomputer der neusten Generation am Nationalen Supercomputing Center (CSCS) in Lugano installieren. Dies eröffne Schweizer Forschenden und Studierenden neue Perspektiven, so der ETH-Präsident.