Die Schweizer Bevölkerung greift in Gesundheitsfragen doppelt so viel wie noch vor einem Jahr auf KI-Chatbots zurück. Laut der jüngsten CSS-Gesundheitsstudie nutzen vier von zehn Schweizerinnen und Schweizern Künstliche Intelligenz bei Krankheitssymptomen.
Innerhalb eines Jahres stieg der Gebrauch von KI-Helfern von 20 auf 42% der Befragten. KI-Chatbots wurden dabei sowohl bei körperlichen als auch bei psychischen Symptomen als Helfer beigezogen, wie es in der vom Forschungsinstitut Sotomo durchgeführten Studie weiter heisst.
Die Nutzung stieg denn auch in sämtlichen Altersgruppen sprunghaft an: 62% der jungen Erwachsenen griffen auf die Diagnose des Chatbots zurück. Bei den über 65-Jährigen lag der Anteil bei 30%, im vergangenen Jahr waren es erst 10%.
Mehr als ein Viertel der Befragten zählte KI-Chatbots zu den wichtigsten Informationsquellen in Sachen Gesundheit. Laut der Studie waren KI-Chatbots allerdings kein Ersatz für Ärztinnen und Ärzte oder das persönliche Umfeld. Sie gelten laut den Studienergebnissen eher als zusätzliche Informationsquelle.
KI gegen Einsamkeit
Auch abseits der Selbstdiagnose kommen KI-Chatbots zunehmend zum Einsatz. Rund ein Drittel der Befragten (32%) nutzte im vergangenen Jahr mindestens einmal einen Chatbot, um Fragen zum eigenen Lebensstil zu klären, etwa zu Ernährung, Bewegung oder Achtsamkeit. 14% liessen sich zudem bei emotionalen oder psychischen Problemen von einer KI unterstützen.
Besonders bei jüngeren Menschen ist diese Form der Unterstützung verbreitet: Mehr als jede fünfte Person unter 36 Jahren (22%) suchte im vergangenen Jahr bei einem KI-Chatbot emotionalen oder psychischen Beistand. Bei Personen mit einer aktuell angeschlagenen psychischen Verfassung waren es sogar 28%.
Für einige Nutzerinnen und Nutzer kann der Austausch mit der KI offenbar auch Einsamkeit lindern. 15% der Befragten gaben an, sich dadurch manchmal weniger einsam gefühlt zu haben. Bei Personen, die sich in letzter Zeit vermehrt einsam fühlten und KI für private Zwecke nutzten, lag der Anteil bei 27%. Insgesamt fühlten sich sechs von zehn Personen (60%), die im vergangenen Jahr einen KI-Chatbot für private Anliegen genutzt hatten, im Austausch meist gut verstanden. Ein Viertel der Befragten empfand dies hingegen eher nicht so.
Für die Studie befragte das Forschungsinstitut Sotomo im Auftrag der Krankenversicherungsgruppe CSS 2459 Personen aus der deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Schweiz.
Mit Material von Keystone-SDA