Schweizer Unternehmen planen für das Jahr 2027 Lohnerhöhungen von durchschnittlich 1%. Zu diesem Schluss kommt die diesjährige UBS-Lohnumfrage bei knapp 400 Schweizer Unternehmen. Der geplante Anstieg liegt damit unter dem Wert von 1,1% für das Jahr 2026.
Für den ICT-Sektor weist die Umfrage ebenfalls einen durchschnittlichen Anstieg von 1% aus. Im Jahr 2026 betrug die effektive Lohnerhöhung in diesem Sektor ebenfalls 1%. Leicht mehr Lohn erwarten für das kommende Jahr der Energiesektor (1,5%) sowie die Pharma- und Metallindustrie (je 1,2%)
Moderater Aufschwung erwartet
Die verhaltene Lohnentwicklung sei unter anderem auf die weiterhin tiefen Inflationserwartungen zurückzuführen, heisst es in einer Mitteilung. Rund drei Viertel der Unternehmen rechnen für 2027 mit einer Teuerung zwischen 0 und 1%. Unter Berücksichtigung der vom Chief Investment Office UBS Global Wealth Management (UBS CIO GWM) erwarteten Inflation von 0,8% ergebe sich im kommenden Jahr ein erwartetes Reallohnwachstum von 0,2%. Dieser Wert liege sowohl unter dem langfristigen Durchschnitt als auch unter dem für 2026 erwarteten Reallohnwachstum von 0,4%.
Die befragten Unternehmen würden die wirtschaftlichen Perspektiven für 2027 aber deutlich positiver als noch vor einem Jahr beurteilen. Knapp die Hälfte erwartet einen moderaten Aufschwung. "Die Konjunkturaussichten haben sich zwar deutlich verbessert, doch die Erholung kommt am Arbeitsmarkt und bei den Löhnen nur langsam an. Die tiefen Inflationserwartungen und die weiterhin vorsichtige Personalplanung der Unternehmen sprechen für eine verhaltene Lohnentwicklung", sagt Meret Mügeli, Ökonomin bei UBS CIO GWM, in der Mitteilung.
Die Rolle von KI
Die UBS hat auch eine Zusatzbefragung zu Künstlicher Intelligenz durchgeführt. Diese zeigt: "Obwohl KI inzwischen breit genutzt wird, spiegeln sich KI-Kompetenzen nur vereinzelt in höheren Lohnanpassungen wider. Mit zunehmender Integration von KI steigt jedoch die Bereitschaft der Unternehmen, solche Kompetenzen auch finanziell zu honorieren."
Deutlicher seien die Veränderungen bei Berufseinsteigenden und in der Rekrutierung. Vier von zehn Unternehmen geben an, dass KI typische Einstiegsaufgaben bereits unterstützen oder automatisieren würde. Gleichzeitig stelle fast die Hälfte der befragten Unternehmen höhere Anforderungen an die KI-Kompetenzen von Berufseinsteigenden. Die Mehrheit beobachte bislang aber keine Abnahme des Anteils an Einstiegsstellen. Rund ein Viertel stelle hingegen fest, dass klassische Bewerbungsunterlagen an Aussagekraft verlieren. Zudem würden praktische Arbeitsproben, Assessments und persönliche Interviews bei der Auswahl von Bewerbenden an Bedeutung gewinnen.