Jetzt versteht Apples Siri auch Schweizerdeutsch

28. März 2022, 12:05
image
Foto: James Yarema / Unsplash

Mit der Schweizer Einführung des Homepod Mini hat die Sprachassistentin einen Verständnissprung gemacht. Das gilt auch für Siri auf anderen Apple-Geräten.

Seit dem 25. März ist Apples smarter Lautsprecher Homepod Mini offiziell in der Schweiz erhältlich. Ein wichtiger Bestandteil ist die Sprachassistentin Siri: Sie kann bis zu sechs unterschiedliche Mitglieder eines Haushaltes erkennen und auf persönliche Anfragen reagieren. So kann der Lautsprecher nicht nur Musik abspielen, sondern auch Fragen beantworten, Nachrichten vorlesen, Telefonate durchführen und per Sprachbefehl weitere Komponenten eines verbundenen Apple-Systems steuern.
In anderen Ländern kam der Homepod bereits vor einem Jahr auf den Markt. Dass es in der Schweiz länger gedauert hat, könnte mit der Spracherkennung zu tun haben. Denn neben Französisch und Italienisch versteht das Gerät nun auch Schweizerdeutsch. Bis anhin hatte Siri noch ihre liebe Mühe mit den Dialekten.

Schon erstaunlich gute Resultate

Auf unsere Anfrage schreibt Apple: "Siri unterstützt bereits seit Dezember letzten Jahres in der Schweiz sowohl Schweizerdeutsch als auch Französisch und Italienisch." Nötig dafür sei, dass jeweils die aktuelle Betriebssystemversion installiert sei. Offenbar hat Apple hier ein generelles Update für die Schweiz eingespielt.
Tatsächlich zeigt ein kurzer Test der Redaktion von inside-it.ch, dass dies auch für Siri auf anderen Geräten wie iPhone und Macbook Pro gilt. Siri reagiert auf Fragen und Aufforderungen in Berner wie Zürcher Dialekt. Auf "Wann fahrt en Zug vo Oschtermundige nach Züri?" oder "Wie isch ds Wätter ds Winterthur?" liefert die Sprachassistentin in Antworten auf Hochdeutsch gute Resultate. Und befolgt ohne Probleme den Befehl "Siri, mach echli Musig!".

Keine Konkurrenz für Schweizer Spezialisten?

Wie gut das Verständnis von Siri für Schweizer Dialekte schon ist und was mögliche weitere Ausbauschritte sind – auf diese Fragen gibt uns Apple keine Auskunft. Der Konzern hatte kürzlich aber ein Stelleninserat für einen oder eine "AI/ML – Annotation Analyst" für Schweizerdeutsch und Schweizer Hochdeutsch für sein Sprachassistenten-Team aufgeschaltet.
Schweizer Spezialisten für Spracherkennung erklärten uns dazu, sie würden in möglichen erweiterten Kenntnissen von Siri keine neue Konkurrenz sehen. "Siri ist auf Apple-Geräte ausgerichtet. Dementsprechend wird Siri keine direkte Konkurrenz darstellen, es sei denn, Firmen stellen den Kunden Apple-Geräte hin", sagte Stephan Fehlmann, Country Manager DACH bei Spitch.

Apples Hinweis auf den Datenschutz

Wie es weitergeht mit Siri und Schweizerdeutsch, wird sich also zeigen. Apple verweist in diesem Zusammenhang auch explizit auf das Thema "Datenschutz & Siri". "Mit der Option 'Siri und Diktierfunktion verbessern' erlaubst du Apple, Beispiele von Audiointeraktionen mit Siri, der Diktierfunktion und der Übersetzungsfunktion zu speichern und durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auswerten zu lassen", heisst es in den entsprechenden Richtlinien.
User können jedoch die Diktierfunktion deaktivieren und gespeicherte Interaktionen löschen. Weiter reagiere der Homepod nur auf Aktivierung per Stimme oder Touch-Berührung, andere Gespräche oder Laute würden nicht registriert. Anfragen würden nicht mit der Apple-ID des Nutzers verknüpft und persönliche Informationen würden nicht für Werbezwecke verwendet oder an andere Organisationen verkauft, betont Apple.

Loading

Mehr zum Thema

image

DSI-Insights: Von "guten" zu "ethischen" Drohnen

Was ist notwendig, um aus "guten" Drohnen, die für humanitäre Zwecke eingesetzt werden, "ethische" Drohnen zu machen? Und wie können ethische Aspekte in die Anwendung und Entwicklung neuer Technologien integriert werden?

publiziert am 25.5.2022
image

Data-Spezialist Omis wird Teil der Sequotech Gruppe

Der Zukauf von Omis ist für die Firmengruppe um DBI Services ein "wichtiger Meilenstein in der Produktisierungs-Strategie", wie der CEO sagt.

publiziert am 25.5.2022
image

Dyson will auch Roboter-Hersteller sein

Noch in diesem Jahrzehnt will Dyson seine Roboter in Privathaushalten sehen. Dazu baut der Konzern eine Robotik-Sparte auf.

publiziert am 25.5.2022
image

Stephan Zizala wird neuer CEO von U-Blox

Nach 20 Jahren an der Spitze des Thalwiler Halbleiter-Anbieters tritt der bisherige CEO Thomas Seiler zurück. Sein Nachfolger kommt von Infineon.

publiziert am 25.5.2022