Die staatliche E-ID ist in Entwicklung, soll aber frühestens 2025 fertig sein – je nachdem noch später. So lange will man im Kanton Luzern nicht warten. Die Innerschweizer wollen bereits ein Jahr vorher für Kanton und Gemeinden digitale Behördendienstleistungen anbieten.
Weil für den Bezug entsprechender Leistungen eine digitale Identifikation nötig ist, will der Kanton Luzern ab 2024 übergangsweise für maximal 5 Jahre eine private E-ID einsetzen, wie der '
Bote der Urschweiz' (Paywall) schreibt.
Datenschützer hält private Lösung für möglich
Die Regierung habe bekräftigt, nur E-ID-Herausgeber zuzulassen, welche für die Anmeldung zum elektronischen Patientendossier zugelassen sind, heisst es dort. Das sind aktuell 2 Firmen: Cloud Trust (TrustID) und Swisssign (SwissID) sowie die staatlichen Westschweizer Lösungen VaudID Santé und eine entsprechende Genfer ID.
Vom kantonalen Datenschützer gibt es deshalb Kritik. Matthias R. Schönbächer erachtet die Auswahl an möglichen Anbietern als zu klein, sagte er der Zeitung. Mit einem privaten Dienstleister hat er indes kein Problem, weil der Kanton Luzern die Identitätsverwaltung im eigenen RZ betreiben wolle.
E-Gov-Portal soll im Frühjahr 2024 starten
Ob und wie die E-ID-Anbindung ans geplante E-Gov-Portal umgesetzt wird, ist indes noch offen. In der frisch abgelaufenen Vernehmlassung äusserten sich die politischen Parteien kritisch. Der gewählte Weg sei politisch risikobehaftet, heisst es etwa von "Die Mitte". Die SVP verlangte, dass private E-IDs so schnell wie möglich durch staatliche Lösungen ersetzt werden. Einzig die FDP und die GLP können dem vorgestellten Weg etwas abgewinnen.
Losgehen soll es mit ersten kantonalen und kommunalen Services im Frühjahr 2024.