Die Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit (Parldigi) hat im Vorfeld der diesjährigen Kantons- und Regierungsratswahlen im Kanton Zürich 12 Kandidierende als "
Digital Champions" zur Wahl ins kantonale Parlament vorgeschlagen. Diese hätten bereits Erfahrung in der Informatik gesammelt oder sich durch politisches Engagement für die nachhaltige Digitalisierung auf kantonaler oder kommunaler Ebene ausgezeichnet, schrieb Parldigi 10 Tage vor der Wahl.
Nach der Wahl zeigt sich, dass Digitalkompetenz und Tech-Know-how beim Stimmvolk nicht gefragt sind. Von den 12 vorgeschlagenen Kandidatinnen und Kandidaten wurden lediglich die zwei bisherigen, Monika Wicki von der SP und FDP-Kantonsrat Marc Bourgeois, bestätigt. Die 10 anderen "Digital Champions" wurden nicht gewählt und verpassten dementsprechend den Sprung ins Parlament.
Für die Zürcher Wählerinnen und Wähler scheinen andere Kriterien wichtiger, nach denen sie ihre Stimmen vergeben. Das ist eine verpasste Chance, wenn nicht gar ein Rückschritt. In den nächsten Jahren kommen zahlreiche Themen aufs politische Parkett, bei denen Digitalkompetenz wichtig und gefragt ist: E-Voting, E-ID, E-Health, digitale Souveränität und Datenschutz, um nur einige zu nennen.
Ähnliches Bild im Baselbiet
Bei den gleichzeitig stattfindenden Regierungsratswahlen im Kanton Basel-Land zeigt sich ein ähnliches Bild: Der einzige Kandidat mit beruflichem Tech-Hintergrund, GLPler und IT-Consultant Manuel Ballmer, erhielt von allen Kandidierenden am wenigsten Stimmen und wurde dementsprechend nicht gewählt.