Kartellbehörden schauen bei Microsofts Riesen-Deal genauer hin

16. September 2022 um 11:39
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Noch gibt es kein grünes Licht für Microsofts Milliarden-Deal. Foto: Unsplash

Für 75 Milliarden Dollar wollen die Redmonder den Game-Anbieter Activision Blizzard kaufen. Die EU-Behörden überprüfen den Deal laut Medienberichten vertieft.

Die 75 Milliarden Dollar schwere Übernahme des Game-Anbieters Activision Blizzard durch Microsoft wird offenbar von den Kartell-Behörden der EU und des Vereinigten Königreichs eingehend geprüft. Befürchtungen, der Deal sei wettbewerbswidrig und könnte Konkurrenten vom Zugang zum Blockbuster-Spiel Call of Duty ausschliessen, hätten sich erhärtet, schreibt die 'Financial Times'.
Die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (CMA) werde voraussichtlich noch in dieser Woche eine eingehende Untersuchung einleiten, so der Bericht. Gemäss den Quellen der Wirtschaftszeitung hat Microsoft bislang keine Massnahmen vorgeschlagen, um die Bedenken der Behörde auszuräumen.
Auch von den Wettbewerbshütern der EU soll die Übernahme vertieft geprüft werden, heisst es weiter. Man könne davon ausgehen, dass sich die Untersuchung in der EU in die Länge ziehen werde, schreibt die 'Financial Times' (Paywall). "Es ist ein grosser, schwieriger Deal", wird eine Person zitiert, die mit den Angelegenheiten in der EU vertraut sei.
Sony hatte Microsoft letzte Woche beschuldigt, die Gaming-Branche und Behörden mit der Zusage, Call of Duty auf Playstation-Konsolen beizubehalten, "in die Irre zu führen", wie es weiter heisst. Microsoft habe nur angeboten, das Game für eine begrenzte Anzahl von Jahren auf der Playstation zu veröffentlichen.
Es besteht die Befürchtung, dass Microsoft seine Marktmacht nutzt und Hits aus dem Haus Activision Blizzard exklusiv im eigenen Game Pass anbietet. Sony und andere Unternehmen wollen dem Bericht zufolge, dass die EU-Kommission Microsoft zu Garantien zwingt, dass Dritte "zu gleichen Bedingungen und auf Dauer" Zugang zu allen Spielen haben werden.
Die geplante Übernahme wäre die bisher grösste in der Firmengeschichte der Redmonder. Activision Blizzard mit Hauptsitz in Santa Monica, Kalifornien, wurde 2008 gegründet. Im April hatten die Aktionäre des Game-Herstellers der Übernahme zugestimmt. Microsoft hofft, den Deal Mitte 2023 abschliessen zu können.

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