KI-Einsatz gewinnt in Schweizer Banken an Tempo

8. Januar 2026 um 15:46
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Foto: Fellipe Ditadi / Unsplash+

Gleichzeitig steigen die Kosten für IT und Cybersecurity deutlich, während Sicherheits- und Governance-Fragen den Einsatz von KI bremsen.

KI ist bei Schweizer Banken von der Diskussion in die Umsetzung übergegangen. Laut dem EY-Bankenbarometer 2026 beschäftigen sich 78% der befragten Banken in der Schweiz und Liechtenstein aktiv mit der Umsetzung von KI-Projekten. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 53%. 5% der Banken geben an, KI bereits in mehreren Anwendungen produktiv integriert zu haben.
Besonders stark aufgeholt haben laut Studie die Auslandsbanken. Nachdem im Vorjahr noch 21% von ihnen angaben, KI sei kein Thema, stellen sie nun mit 10% den höchsten Anteil an Banken, die KI bereits erfolgreich in mehreren Anwendungen integriert haben. Dabei würden sie von Entwicklungen innerhalb ihrer internationalen Mutterkonzerne profitieren.
Auch Kantonal- und Regionalbanken treiben die Einführung gemäss EY voran. Bei 87% der Kantonalbanken befinde sich KI in der Umsetzung, bei den Regionalbanken seien es drei Viertel der Institute. EY führt dies unter anderem auf die höhere Agilität und somit schnelleren Reaktionszeiten von kleineren Banken zurück.

Fokus auf Prozessautomation, Datenschutz als Hürde

Inhaltlich verschiebt sich der KI-Fokus der Banken deutlich. 80% der Institute setzen gemäss EY Künstliche Intelligenz primär zur Prozessautomatisierung ein; ein Anstieg gegenüber 67% im Vorjahr. Dagegen sei das Interesse am Einsatz von KI im Risikomanagement stark zurückgegangen: Nur noch 8% der Banken würden hier KI-Anwendungen planen, nach 27% im Vorjahr. "Die Banken schrecken scheinbar vermehrt vor den Herausforderungen bei der Datenqualität und -verfügbarkeit, den regulatorischen Anforderungen und der geringen Fehlertoleranz zurück", schreiben die Studienautoren.
Der Einsatz von KI an der Kundenschnittstelle wird von den meisten Banken grundsätzlich erwartet, insbesondere im Retailgeschäft. Gemäss EY sehen 71% der Institute dort den grössten Bedarf. Gleichzeitig bleiben Datenschutz, Sicherheit und Verlässlichkeit zentrale Hürden: Knapp zwei Drittel der Banken nennen Datenschutz und IT-Sicherheit als grösste Herausforderung im Kunden- und Anlagebereich. Fast jede zweite Bank zweifle zudem an der Korrektheit und Genauigkeit von KI-Ergebnissen.
Auch auf Governance-Ebene sehen die Institute weiterhin Handlungsbedarf. Datensicherheit und ethische Fragen gelten für knapp die Hälfte der Banken als grösste Herausforderung bei der Einführung von KI. Positiv bewertet EY hingegen die regulatorische Vorbereitung: Der Anteil der Banken, die sich vollständig oder moderat auf neue regulatorische Anforderungen vorbereitet sehen, ist im Vorjahresvergleich von 25 auf 44% gestiegen.

Steigende IT- und Cybersecurity-Kosten

Unabhängig vom KI-Fortschritt erwarten die Banken in den kommenden ein bis zwei Jahren steigende Kosten als grösste Belastung. Haupttreiber sind laut EY der Ausbau und Unterhalt von IT-Systemen sowie Investitionen in Innovation und Cybersecurity.
Für 79% der befragten Institute stellt der Umgang mit Cyberrisiken bei externen Dienstleistern die grösste Herausforderung dar. Cybersecurity bleibe insgesamt auch weiterhin das wichtigste strategische Thema der Banken, noch vor Prozessoptimierung und dem Einsatz von KI.


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