"KI-Fabriken", Roboter, neue Chips: Die Zukunftspläne von Nvidia

19. März 2025 um 11:21
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Jensen Huang. Foto: Nvidia

Laut CEO Jensen Huang wird der Bedarf an RZ-Rechenleistung für KI weiter steil ansteigen. Trotzdem sucht Nvidia auch neue Geschäfts­felder.

Der Chipkonzern Nvidia will seine Dominanz bei Technik für Künstliche Intelligenz in Rechenzentren mit Robotern in die Alltagswelt übertragen. Nvidia-Chef Jensen Huang stellte auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz GTC eine entsprechende Plattform vor.
Diese soll die Entwicklung humanoider Roboter beschleunigen. An der Initiative mit dem Namen Isaac Groot sind auch der Unterhaltungsriese Disney und Googles KI-Firma Deepmind beteiligt.
Roboter würden "eine sehr, sehr grosse Industrie sein", sagte Huang. Allein schon, weil auf dem Arbeitsmarkt zum Ende dieses Jahrzehnts mindestens 15 Millionen Beschäftigte für einige Tätigkeiten fehlen würden. Aber auch darüber hinaus: "Alles, was sich bewegt, wird autonom sein." Roboter bräuchten gewaltige Mengen an Daten zum Anlernen und müssten ihre Umwelt verstehen, so Huang. Nvidia wolle alle notwendigen Bausteine liefern, sowohl zum Training und Testen der Roboter als auch für den Einsatz in der echten Welt.

KI-Fabriken

Die GTC ist das jährliche Event von Nvidia, bei dem der Konzern traditionell einen Ausblick auf die Zukunft gibt. Der Nvidia-Chef spricht dort auch von Rechenzentren als "KI-Fabriken", in denen die Computerleistung für Künstliche Intelligenz steckt. "Jede Branche, die etwas herstellt, wird künftig zwei Fabriken haben", sagte Huang. Eine werde wie bisher die physischen Produkte fertigen, die Zweite werde die Software dafür liefern.

Neue Chips

Neben Zukunftsvisionen gab es an der Konferenz auch konkretere Ankündigungen, darunter für neue Chipgenerationen. Die nächste Generation mit dem Codenamen "Vera Rubin" soll im Herbst 2026 auf den Markt kommen, sagte Huang. Noch in diesem Jahr soll eine Weiterentwicklung der aktuellen Plattform Blackwell herausgebracht werden. Diese sowie danach "Vera Rubin", versprach Huang, werde die Kosten für den Betrieb von KI-Software im Vergleich zu bisheriger Technik drastisch senken.
Die echte Vera Rubin war eine amerikanische Astronomin, die wichtige Entdeckungen im Bereich der Dunklen Materie machte.
Mit neuen KI-Computern für den Desktop (DGX Spark und DGX Station) will Nvidia den Entwicklern Künstlicher Intelligenz und Forschern lokal mehr Rechenleistung bieten. Auch in ihnen stecken die aktuellen Blackwell-KI-Chips.

100 Mal mehr Rechenleistung als gedacht?

Huang versuchte zugleich, Sorgen von Investoren zu zerstreuen, dass die Welt künftig mit weniger KI-Rechenleistung auskommen könnte und damit auch die Erwartungen an das zukünftige Geschäft von Nvidia zu hoch sein könnten.
Die Welt gehe insgesamt dazu über, Antworten mit Hilfe Künstlicher Intelligenz frisch zu generieren, statt gespeicherte Antworten abzurufen. Insbesondere die neuen KI-Modelle, die zur Problemlösung Schritt für Schritt eine Argumentationskette aufbauen können, seien leistungshungrig.
Als Beispiel demonstrierte Huang, wie das chinesische Modell Deepseek R1 etwa 150 Mal mehr Rechenleistung als eine traditionelle KI-Software brauchte, um die Sitzordnung bei einer Hochzeit ausgehend von Traditionen und dem Verhältnis einzelner Familienmitglieder zu berechnen. Das herkömmliche Modell scheiterte zugleich an der Aufgabe.
Insgesamt brauche man locker 100 Mal mehr Rechenkapazität als noch vor einem Jahr angenommen, sagte Huang. Dass er Deepseek zur Demonstration aussuchte, war kein Zufall. R1 soll mit deutlich weniger Rechenaufwand trainiert worden sein als bisherige KI-Modelle. Das hatte vor einigen Wochen einen Kurssturz der Nvidia-Aktie ausgelöst. Huang argumentiert jedoch, dass der eigentliche Bedarf an Rechenleistung nicht beim Training, sondern bei der Erzeugung der Antworten entstehen werde.

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